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Buchbesprechung

Racheopfer – Cross

Ich habe nun endlich den 5. Teil der Shepherd-Serie in die Finger bekommen. Der Titel Racheopfer verspricht wieder einiges und Ethan Cross hat mit den ersten Teil bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist Thriller zu schreiben. Lasst uns den Beitrag doch einfach unter das Motto: „Neues von Francis Ackerman jr“ stellen.

Racheopfer Inhalt

Francis hockt mal wieder komplett verschnürt in irgendeinem Knast und soll von einer Reporterin interviewt werden. Einer der Wärter war mal wieder nicht aufmerksam und schloss die Handschellen nicht fest genug. Das nutzt Francis selbstverständlich für eine kleine Showeinlage um weiter an seiner Legende zu stricken.

Nichts desto trotz wird er einige Zeit später aus dem absoluten Topknast zu Forschungszwecken in eine Klinik verlegt, wo er eigentlich ebenso gesichert sein sollte. Leider erkennen die Sicherheitsbehörden zu spät, dass die zuständigen Forscher und Ärzte dort selbst massive psychische Probleme haben und sogar eines von Ackermanns ehemaligen Opfern dort arbeitet. Anstatt das Opfer einer Racheaktion zu werden, sieht Ackermann seine Chance und tut das, was er am besten kann. Wurde eigentlich schon erwähnt, dass der 200 Jahre alte Flügel der Nervenheilanstalt noch immer so aussieht, als hätten ihn die letzten Patienten gerade erst verlassen?

Racheopfer Buchkritik

Eigentlich handelt es sich gar nicht um den 6. Teil der Serie, sondern um ein Prequel in Form einer Kurzgeschichte oder je nach Quelle ein Test-Geschichte zur Shepherd-Reihe. Die mir vorliegende deutsche Version ist wohl im Oktober 2018 erschienen, glaubt man jedoch Google war die Erstveröffentlichung 2011 und wäre somit der eigentliche erste Band der Reihe. Wie dem auch sei, ich verwende für die Buchbesprechung die Hörbuchversion von Audible mit einer Spieldauer von 2 Stunden und 40 Minuten. Alleine daran erkennt man schon die recht komprimierte Storyline, was mich in diesem Fall aber gar nicht wirklich stört. Über die Jahre hinweg freue ich mich zwar noch immer, wenn ich in der Buchhandlung einen neuen Band der Serie entdecke, bin aber weit von der Begeisterung früherer Jahre entfernt. Die Figuren haben sich recht gut entwickelt und die Geschichte hat durchaus ihr Potenzial ausgeschöpft, wodurch die Kurzgeschichte eine willkommene Abwechslung ist. Für Leser, die noch gar keins der Bücher gelesen haben, kann ich nur abraten mit diesem Werk anzufangen, denn teilweise wird schon viel von der Geschichte der späteren Bücher vorweg genommen.

Man ist von Ackermann so einiges gewöhnt. Der Superkiller, mit den unglaublich trainierten Fähigkeiten, der praktisch noch in jeder so ausweglosen Siutation eine Möglichkeit findet mit seinem perfiden Werk fortzufahren. Racheopfer macht dabei keine Ausnahme, auch wenn das Setting recht reizvoll ist. Ackerman passt einfach gut in eine verlassene Nervenheilanstalt aus der Jahrhundertwende. Ich würde fast schon soweit gehen und es als sein natürliches Habitat ansehen wollen. Während des Lesens erinnert man sich fast automatisch an das Arkham Asylum in Gotham City aus der Batman-Welt. Leider wird diese Situation nur zum Ende des Buchs wirklich genutzt und bietet einen schönen Schauplatz für den Showdown des Buchs. Hauptsächlich spielt sich das Buch im modernen Hochsicherheitsflügel der Klinik und in anfänglichen Hochsicherheitsgefängnis statt. Auch die haben ihren eigenen Reiz, allerdings störe ich mich insbesondere an der modernen Variante der Klinik. Die Beschreibung der Sicherheitsmaßnahmen und deren Anordnung macht bei genauerer Betrachtung für mich keinen Sinn. Auch die sehr einfache Überwindung durch mit Schlafmitteln versetzten Kaffees verspottet ein wenig die Intelligenz des Lesers.

Charaktere und Entwicklung

Zur Hauptgeschichte der Serie wird in Racheopfer gar nichts beigetragen. Es gibt nur den einen oder anderen Querverweis zur schwierigen Familiengeschichte mit dem Vater, aber Marcus spielt in diesem Buch zum Beispiel gar keine Rolle. Auch charakterlich gibt es bei Francis keine Entwicklung oder Überraschung, sondern er ist schon zu diesem Zeitpunkt die fertig ausgebildete Killermaschine.

Die restlichen Charaktere beschränken sich so ziemlich auf ihre Rolle und agieren dabei meist recht stumpf. Das ehemalige Opfer Ackermans mit einem richtigen Dachschaden und Rachegedanken, welches durch Namenswechsel aus jeglichem System verschwindet. Ein Ex-Soldat mit einer Belastungsstörung, der sich ebenfalls direkt mit Francis zu tun haben darf und durch jegliches offizielles Raster fällt. Dazu noch einen unfähigen Klinikleiter, unfähiges Wachpersonal, eine unfähige Journalistin und nur unfähige offizielle Stellen. Auch wenn die Charaktere und ihr Handeln recht gut beschrieben werden, so nimmt es mir doch ein wenig die Leselust. Nehmen wir zB den Vorlauf zum großen Showdown: man schneidet dem Verbrecher den Weg ab, indem man das Gebäude umläuft. Soweit so gut und auch logisch. Der nächste Schritt besteht darin, dass man jetzt Eintritt, sich an der ersten Weggabelung aufsplittet und sich danach einzeln abschlachten lässt. Wohlgemerkt wir sprechen unter anderem von ausgebildetem Wachpersonal und einem Ex-Elitesoldaten, die absolut darüber im Bilde sind, was da im Gebäude auf sie wartet. Man kann mich ja verrückt nennen, aber vielleicht hätte ich mich einfach 20 Meter vor die Tür mit der Knarre gesetzt und alles umgelegt, was durch die Tür gekommen wäre. Ganz wahnsinnig wäre die Idee sich da versetzt aufzustellen und die Tür bei jeder Bewegung ins Kreuzfeuer zu nehmen. Bei diesem Setting hätte es Francis nicht so leicht gehabt und wir sprechen da nur von völlig normalen Verhalten und noch keineswegs von echten Profis. Würde also nur jeder Charakter im gröbsten Sinne seiner Fähigkeiten und Ausbildung handeln, wäre die gesamte Geschichte sicherlich viel spannender geworden.

Fazit und Zusammenfassung Racheopfer

Ich fand es schön endlich wieder etwas von Francis Ackermann jr zu lesen. Die Geschichte hat mich letztendlich aber doch enttäuscht, da die handelnden Personen viel zu stumpf und dumm agieren. Das ganz klassische Setting einer renovierungsbedürftigen Nervenklinik verspricht mehr, als die Geschichte letztendlich halten kann. Auch die Idee eines ehemaligen Opfers, welches auf Rache aus ist, könnte im Grunde schon eine ganze Geschichte alleine tragen, aber die Motivation allein reicht nicht für eine gute Umsetzung aus.

Vielleicht habe ich auch nach der längeren Lese-Pause bei der Shepherd-Serie einfach zu große Erwartungen gehabt, aber Racheopfer hat mir Marcus und Francis zumindest aktuell etwas verdorben. Ich weiß zwar, dass es schon weitere Bücher direkt in der Hauptstory gibt, aber die werden jetzt erst mal auf Eis gelegt. Zumindest bis ich mal wieder eine größere Leseflaute haben sollte, werde ich keine weiteren Bücher aus der Serie lesen. Wer ein echter Fan der Serie ist, der wird um Racheopfer nicht herumkommen und dieses sicherlich lesen wollen. Wer nur die Serie zur Unterhaltung liest, sollte Racheopfer vielleicht besser auslassen, damit ihm das Lesevergnügen daran auch weiterhin erhalten bleibt.

Sonstige Beiträge zur Serie

Folgende Beiträge wurden zu den anderen Büchern der Serie schon hier auf dem Literaturasyl veröffentlicht.

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Ratgeber

Lean Startup

In dieser Buchbesprechung behandeln wir das Buch Lean Startup: Schnell, risikolos und erfolgreich Unternehmen gründen geschrieben von Eric Ries. Der Weg ein Unternehmen zum Erfolg zu führen ist lang und steinig. Die meisten Firmen gehen dabei pleite oder haben nur begrenzte Ressourcen. An dieser Stelle setzt Eric Ries mit seiner Lean Startup genannten Methode an. Im Vordergrund steht Mobilität, Erfolg, Geschwindigkeit und Offenheit gegenüber Veränderungen. Das Buch hatte seine Erstveröffentlichung 2011 bei der Crown Publishing Group, die eine Tochtergesellschaft der Penguin Random House ist. Für diese Buchbesprechung habe ich die deutsche Audible-Version vom Redline Verlag angehört.

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Buchinhalt Lean Startup

Ries beschreibt, wie er nach seinem Studium bei There.com anfing als Software Ingenieur zu arbeiten. Nach dem Scheitern der Firma entwickelte er mit anderen Gründern das Konzept zu seiner Firma IMVU und brachte diese als Start up an den Markt. Dabei erzählt er schonungslos von Fehlschlägen, Fehleinschätzungen und den Problemen des alltäglichen Geschäfts. Einerseits wurde zu lange am Produkt entwickelt, während gleichzeitig das Geld weniger wurde, andererseits war man vom eigenen Produkt zu sehr überzeugt und letztendlich schätzte man die Kunden und Kundenbedürfnisse völlig falsch ein.

Dem entgegen steht seine entwickelte Methode, die er selbst Lean Startup nennt. Hier wird vor allem auf kleine Teams, die eigenverantwortlich möglichst schnell Prototypen und Produkttests aufsetzen und auf ihren Nutzen hin überprüfen. Mit dieser Feedbackschleife vom aufstellen einer These, deren Überprüfung mit möglichst geringen Mitteln bis hin zum offenen Umgang mit dem Ergebnis, bricht Ries mit der klassischen Variante der Produktentwicklung. Hier gilt es ein bis ins Detail geplantes und aus-entwickeltes Produkt am Markt zu platzieren und dann möglichst zu hoffen, dass es die Zielgruppe akzeptiert. Durch den Begriff Lean, entnommen aus Lean Production, wird im Startup alles auf schlank getrimmt. Ständig werden die eigenen Ziele der Überprüfung unterzogen und man unterwirft sich den ermittelten Fakten / Zahlen. Dabei kennt man selbst noch nicht das Endergebnis, aber man versucht den Weg zu einem Produkt zu finden, welches später am Markt angenommen wird. Neben der Entwicklung der eigenen Firma IMVU, beschreibt Ries immer wieder Situationen und Begebenheiten anderer Firmen aus dem Silicon Valley und der digitalen Welt.

Buchbesprechung & Kritik Lean Start up

Liest man das Buch, dann kommt man unwillkürlich zu dem Punkt, an dem man Eric Ries zustimmt. Wer hat denn schon die große Glaskugel, dass er ein völlig neues Produkt erfindet und auf den Markt bringt auf das die Welt schon lange gewartet hat, aber bisher noch nichts davon wusste? Und wer hat hat schon das Kapital um eine solche Erfindung zur Marktreife zu bringen? Der völlig logische Schluss ist natürlich, dass aus dem eingesetzten Kapital möglichst viel Output generieren möchte. Ein gelungenes Beispiel im Buch ist die Einordnung des noch vorhandenen Kapitals in Prototypen-Runden. Um es genauer zu erklären: normalerweise sucht sich ein Startup Geldgeber die sagen wir mal eine Millionen auf den Tisch legen und wenn alles gut läuft, kommt am Ende ein Produkt raus, von dem man zumindest absehen kann, dass es in Zukunft mal ganz viel Geld verdient. Verbraucht das Startup jetzt pro Monat 100.000.- € für Miete, Geräte & Personal, reicht das Geld für 10 Monate und danach geht der Daumen hoch oder runter. Schlimmstenfalls wird in dieser Zeit ein einziges Produkt entwickelt, was dann schlichtweg keiner haben will. Ries setzt genau an dieser Stelle an und teilt das Geld in Prototypen-Runden ein. Jedes Problem wird in kleinste Teile runter gebrochen und dann einem Test unterzogen. Mit diesen Tests und Prototypen wird eine unglaubliche Geschwindigkeit erreicht und wenn es besonders gut läuft, lässt sich schon nach dem ersten Versuch erkennen, dass der Kunde das gar nicht will und braucht. Wenn so eine Runde mit Auswertung eine Woche benötigt, dann hat das Start up immer noch neun Monate und drei Wochen Zeit das Produkt anzupassen und neue Zielsetzungen zu erreichen.

Die Beispiele und Situationen werden sehr eingängig beschrieben, können aber im D-A-CH-Bereich leider nur sehr schwer umgesetzt werden. Alleine die Teambildung im Startup ist eine Herausforderung. Die Leute, welche die Arbeit von einer oder zwei Arbeitswochen gerne in die Tonne treten und dann trotz lauter Rückschläge wieder voller Elan in den nächsten Test starten, dürften eher rar gesät sein. Ries geht davon aus, dass man die Frustrationstoleranz eines Unternehmers so einfach auf alle Angestellten umlegen kann und dies ist erfahrungsgemäß weniger gegeben. Vielleicht mag dies in einer äußert innovativen Umgebung wie dem Silicon Valley funktionieren und man findet genug Leute, die für die Sache brennen, aber hier sieht die Sache etwas anders aus. Zwar brennen hier auch viele für ihre Ideen, aber sie verbrennen sich halt auch gerne dafür, wollen aber keinen Deut von ihrem Vorhaben abrücken.

Den Inhalt nur negativ zu betrachten würde dem Buch aber nicht gerecht werden. Es gibt viele lehrreiche Geschichten und Kapitel, die einem zumindest gute Ansätze fürs eigene Handeln geben. Beeindruckend fand ich beispielsweise die 5-Warum-Analyse. Kurz gesagt, immer wenn irgendwo etwas nicht funktioniert oder ein Fehler auftritt, stellt man fünf mal die Frage warum. Warum ist der Fehler aufgetreten, warum ist das aufgetreten, was dazu führte dass es den Fehler gab und so weiter. Die Analyse läuft soweit, dass man vielleicht schon mit ganz geringem Einsatz den Grund soweit mindern oder ausmerzen kann, dass ein gleichartiges Problem gar nicht mehr auftaucht. Also wenn das Kind mit aufgeschürften Ellenbogen heimkommt, dann fragt man warum. Klar, weil es hingefallen ist und warum ist es hingefallen? Ja, weil der Kleine vom Kevin gegenüber geschubst wurde. Und warum hat der Kevin geschubst, weil der Nachwuchs den Kevin gehänselt hat. Und warum hat er den Kevin gehänselt, weil er vor seinen angeblichen Freunden angeben wollte. Man hätte in der Situation natürlich auch einfach ein Pflaster aufkleben können, aber dann hätte es halt weiter Dresche vom Kevin gegeben, aber jetzt kann man die Situation beheben und bald ist der Nachwuchs mit den Nachbarsjungen wieder dick befreundet. Soweit die 5-Warum-Analyse auch eingängig ist, fand ich persönlich die Erzählungen über den tatsächlichen Einsatz in Unternehmen und vor allem, wann man sie nicht zum Einsatz bringen sollte, mit am interessantesten. Da wird dann viel von Befindlichkeiten, Schuldzuweisungen und schlechter Stimmung erzählt und wie hart es ist, dass man das Team überhaupt dazu bringt, sich auch so eine Warum-Fragerunde einzulassen.

Als Unternehmer hört, liest und sieht man oft nur die Erfolgsgeschichten, welche einem aber selbst in problematischen Situationen keineswegs weiterhelfen. In diesem Bereich zeigt Lean Startup seine Stärken als Buch, denn nicht nur werden schwierige Positionen angesprochen, sondern auch Schritt für Schritt erklärt. Was lief alles schief, wie ist man das Problem angegangen und welcher Lösungsansatz wurde verfolgt. Da lernt bei der Lektüre natürlich mehr, wie wenn man hier-noch-ne-Mio und da-noch-ne-Mio Geschichten hört.

Lean Startup Fazit

Wer unternehmerisch tätig ist oder es sein möchte, der sollte das Buch durchaus lesen. Es schlägt einen schönen Bogen über die verschiedenen Generationen der Innovationskultur und aktuell vielleicht sogar noch den Graben zwischen der neuen und alten Welt. Trotzdem würde ich mich nicht nur auf Lean Startup verlassen wollen, da es nur einen ersten Blick auf die Thematik von schlanken Gründungen wirft. Besonders hilfreich könnte es für Angestellte sein, die bisher in einem größeren Konzern mit einer klassischen Produktentwicklung konfrontiert waren und jetzt am liebsten selbst gründen möchten.

Ich selbst habe eine etwas gespaltene Meinung zum Buch. Einerseits konnte ich durchaus etwas lernen und werde sicherlich über den einen oder anderen Punkt noch weiter nachdenken. Andererseits kenne ich die Gründungsprozesse in der BRD zu gut um mich damit intensiver beschäftigen zu wollen. Hier kommen zunächst so hohe bürokratische Hindernisse auf jeden Gründer zu, dass er sich kaum mit einer schlanken Produktentwicklung auseinandersetzen mag. Da gibt es Gründungskosten, Gesellschaftsverträge, Handelsregistereinträge, Zwangsmitgliedschaften und ganz viel Papierkram, die man schon fast mit einem Mindest-Stab von Notar, Anwalt und Steuerberater abarbeiten muss. Bis zur rechtskräftigen Eintragung dauert es seine Zeit und so wird es letztendlich sehr schwer mit einer schlanken Gründung. Aus diesem Grund fände ich es besser, wenn man sich zunächst einmal mit grundsätzlicher Literatur zum Thema Unternehmensgründung beschäftigt.

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Horror

Tagebuch der Apokalypse 4

Das Tagebuch der Apokalypse 4 ist der bisher letzte Band der Zombie-Serie von J L Bourne. In diesem Beitrag gibt es unter anderem eine kurze Zusammenfassung der Geschichte und die dazugehörige Buchkritik. Als Vorlage dient die Audible-Version als Hörbuch. Die deutsche Erstausgabe erschien beim Heyne-Verlag 2017, umfasste 416 Seiten und wurden aus dem Englischen übersetzt von Wally Anker. Die ISBN lautet 978-3-453-31840-3.

Tagebuch der Apykalypse 4 Inhalt und Zusammenfassung

Kilroy ist mit seiner Familie und den anderen Überlebenden mittlerweile auf einer sicheren Insel angekommen, die sich gut verteidigen lässt und eine gewisse Sicherheit bietet. Wasser, Strom, Nahrung und eine gewisse Sicherheit sind vorhanden und eigentlich könnte man sich mit der Situation der Zombie-Apokalyse arrangieren. Zwar verwandeln sich die Menschen immer noch in Zombies sobald sie sterben, aber mit Türen aus Metall und umfunktionierten Hundekäfigen als Babybetten ist auch diese Gefahr überschaubar. Für unseren ehemaligen Marineflieger ist dieses Leben aber nicht unbedint das, was er sich versprochen hat.

Auf einem seiner Angelausflüge mit John empfängt er einen Funkspruch dem er unbedingt nachgehen möchte. Einige Zeit später macht er sich alleine auf den Weg ins radioaktiv verseuchte Zombieland.

Schließlich trifft er auf die Kampfgruppe Phoenix, die angeblich ein Heilmittel gegen die Seuche gefunden haben will. Entschlossen macht er sich alleine auf den Weg nach Atlanta um der Sache auf den Grund zu gehen.

Tagebuch der Apokalypse 4 – Kritik

Eigentlich hatte ich mit der Reihe schon nach dem dritten Teil abgeschlossen und schon gar nicht mehr daran gedacht. Um so größer war meine Freude als ich durch Zufall auf den mittlerweile erschienenen vierten Teil stieß. Den dritten Teil der Reihe empfand ich zwar zunehmend schwächer.

Leider entfernt sich der vierte Teil weiter vom ursprünglichen Charakter Kilroys. Er wird immer mehr zum mit dem Kopf durch die Wand-Typen, der schon fast unvorsichtig durch die Zombielandschaft läuft. Dementsprechend gefährlich verläuft seine Reise und er springt von einer knappen Situation zur nächsten. Im ersten Buch ist dieser Charakter noch der etwas paranoide Prepper, der sich mit militärischer Präzession auf seine eigenen Fähigkeiten verlässt und durchdachte Lösungen für jedes Problem sucht. Auch wenn einige kurze Rückblicke auf die bisherigen Bücher vorhanden sind, so handelt es sich wieder um eine komplett neue Geschichte und neue Charaktere. Diese bleiben leider ebenfalls so blaß wie in den vergangenen Büchern. Das lässt dem Leser zwar mehr Platz für die eigene Fantasie, aber der Autor hat hier eine Chance zur Beschreibung einer dystopischen Welt ausgelassen. Ich habe sicherlich nichts gegen die Geschichte, dass er wieder alleine hinauszieht um die Welt zu retten, aber die Art und Weise wie es geschieht, lässt den Lesesr manchmal etwas ratlos zurück. Zum Beispiel die Geschichte mit seinem gefundenen elektronischen „Haustier“, die nicht so wirklich in das Bild der Endzeitstimmung passen möchte. Mag es noch so verkratzt und angeschossen sein, so ist es immer noch ein Stück militärisches Hightech und gerade im Zusammenhang mit Remode Six passt es nicht in diese Umgebung.

Es muss bei aller Kritik immernoch betont werden, dass es sich bei das Tagebuch der Apokalypse 4 noch immer um einen grundsoliden Zombie-Roman handelt. Zwangsläufig muss sich das Buch aber dem Vergleich mit seinen Vorgängern stellen und dabei lassen sich gewisse Schwächen nicht übersehen. Nehmen wir zum Beispiel die Szene mit dem Piratenangriff. Da schießt einer aus ungefähr 1000 Metern Entfernung recht ungezielt aufs Boot und anstatt davonzusegeln, holt er das dicke MG, weiß dabei nicht wo der Schütze sitzt und ballert einen kompletten Gurt 7.62er grob auf die Küste. Die beiden Piraten scheint das nicht groß zu interessieren, denn sie rasen mit einem roten Schnellboot direkt auf ihn zu. Wer würde nicht auf die gleiche Idee kommen, wenn das Gegenüber gerade seine eindeutige Überlegenheit der Waffen demonstriert hat? Jedenfalls holt Kilroy den nächsten Patronengürtel und pulverisiert das gegnerische Boot inklusive Piraten. Mein Problem dabei besteht darin, dass kaum noch Menschen übrig sind, während wohl alle Kauf- und Lagerhäuser noch voll mit Nahrungmittel und Waren sind. Wieso sollte man sich dann die Mühe machen einen Überlebenden aufs Korn zu nehmen, der seine Fähigkeiten schon zur Genüge in der Zombieapokalypse bewiesen hat? Mir würden die zwei bis drei Milliarden Zombies als Gegner vollkommen ausreichen und ich würde mich über jede helfende Hand freuen.

Im ersten Teil wurde jeder Schritt zumindest am Anfang des Buchs sauber durchdacht und vorsichtig ausgeführt. Im vierten Teil kommt jedoch ein kleiner Rambo zum Vorschein, der offensichtlich nicht mehr ganz so bedacht aufs Überleben aus ist. Dieser Umstand, gepaart mit den blaßen Nebencharakteren, wirkt sich negativ auf die Geschichte und somit auch aufs Lesevergnügen aus.

Tagebuch der Apokalypse 4 Fazit

Ich war happy als ich vom vierten Teil erfuhr und selten jemals hatte ich mir so schnell ein Hörbuch heruntergeladen. Nach fast 3 Jahren Pause der Serie hatte ich vielleicht grundsätzlich eine zu hohe Erwartungshaltung aufgebaut und es mag sein, dass keine Version der Geschichte dieser Erwartung gerecht geworden wäre. Die charakterliche Veränderung, dieses mit dem Kopf durch die Wand und die etwas plumpe Story haben mich als Leser aber nicht in ihren Bann gezogen. Selbstverständlich bin ich dankbar, dass die Serie jetzt wohl ihr endgültiges Ende gefunden hat und dass überhaupt noch eiu weiterer Teil veröffentlicht wurde, vielleicht hätte man es aber nach dem dritten Band auch gut sein lassen können. Wer eines der ersten drei Bücher gelesen hat, für den ist die Leküre ein muss, allen anderen kann ich nur den ersten Teil zum Lesen empfehlen. Für mich ein nicht ganz gelungener Abschluss einer der besten Zombie-Serien bis dato und alle vier Bücher zusammen spielen für mich noch immer in der Liga von Z-Wars und die Nacht der lebenden Toten.

Hier könnt ihr unsere Beiträge zu den anderen drei Büchern der Serie lesen:

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Finanzen

Der reichste Mann von Babylon

In der heutigen Buchbesprechung behandeln wir das „Der reichste Mann von Babylon“ geschrieben von George Samuel Clason.  Erstaunlich ist vor allem, dass es seine Erstveröffentlichung 1926 hatte und bis heute zu einem der beliebtesten Titel zur finanziellen Bildung gehört. Für viele Leser ist es sogar die Grundlage für ihre finanzielle Bildung. Doch lohnt sich die Lektüre des Buchs überhaupt und wenn ja, wer sollte der reichste Mann von Babylon lesen?

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Buchbesprechung

Als wir zum Surfen noch ans Meer gefahren sind

Wieder ein Buch zum Thema Internet, aber mal ein wenig aus der nostalgischen Sichtweise. Wie war noch gleich das Leben vorm Internet, was haben wir eigentlich den ganzen Tag so getrieben. Der Autor Boris Hänßler nimmt uns ein wenig mit in seine eigene Vergangenheit und schlägt die Brücke zwischen damals und heute. Diese Buchkritik soll klären, ob wirklich alles schlechte wurde oder ob es durchaus auch einige Fortschritte gab, die sich in der digitalen Zeit gelohnt haben.

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Buchbesprechung Ratgeber

Silicon Germany

Nachdem ich schon Silicon Valley gelesen hatte, habe ich nun den Nachfolger Silicon Germany von Christoph Keese durchgelesen. Erschienen ist das Buch im Knaus Verlag. Unter anderem soll die Frage beantwortet werden, ob sich Silicon Germany überhaupt noch lohnt, wenn man schon Silicon Valley gelesen hat.

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Buchbesprechung

Der Rosie-Effekt

Der Rosie-Effekt von Graeme Simsions in der heutigen Buchbesprechung. Vor gut einem Jahr las ich schon das Rosie-Projekt von ihm und war damals leider nicht ganz so überzeugt.  Jetzt gibt es den Nachfolger und vielleicht hat der Schriftsteller vielleicht doch das eine oder andere von meiner Kritik gelernt. Wir fangen zunächst mit einer kleinen Videobesprechung an und den Rest gibt es anschließend schriftlich. Wer selbst nicht lesen mag, hat so die Wahl sich auch einfach berieseln zu lassen.

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Buchbesprechung Ratgeber

Silicon Valley – Christoph Keese

Das Buch Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zu kommt von Christoph Keese sorgte für einiges Aufsehen in der deutschen digitalen Landschaft. Es basiert vorwiegend auf seinen eigenen Erfahrungen, da er für Axel Springer 2013 ein halbes Jahr in Palo Alto war. Dieser Buchbesprechung liegt die Audible-Version als Hörbuch zugrunde, weswegen es zu einigen Abweichungen zur gebundenen Ausgaben kommen kann. Auch hat dieser Artikel nichts mit der Fernsehserie Silicon Valley zu tun, die zwar sehr sehenswert ist, aber das Geschehen des Valleys zu überspitzt darstellt.

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Buchbesprechung

Der Schrei der Kröte

Der Schrei der Kröte ist ein Kriminalroman aus der Feder Inger Madsens, der in Dänemark spielt. Erschienen ist er im Osburg Verlag, der auch so freundlich war mit ein Rezensionsexemplar zu schicken.  Es handelt sich um Roland Bonitos ersten Fall, wobei die Reihe mittlerweile 9 Bände umfasst, die aber noch nicht alle auf deutsch erschienen sind. Ein paar Worte zum Inhalt und eine Buchkritik finden sie im weiteren Verlauf des Beitrags.

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Buchbesprechung

Ich bin der Schmerz – Ethan Cross

Ethan Cross ist mit dem dritten Teil seiner Thriller-Saga zurück und es gibt ein Wiedersehen mit der Organisation Shepard. Vordergründig geht es um einen neuen Serienkiller, welcher von der Presse nur der Anstifter genannt wird, aber auch Francis Jr. Ackerman ist wieder mit von der Partie. Ob sich die 99 Kapitel auf 430 Buchseiten lohnen, soll in diesem Artikel geklärt werden. Für die Lesefaulen gibt’s die Buchkritik auch als Video. Die beiden ersten Teile ich bin die Nacht und ich bin die Angst gibt es auch auf dem Literaturasyl als Buchbesprechung.

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Buchbesprechung

Vollidiot

Ich habe gerade Vollidiot von Tommy Jaud ausgelesen und schreibe dazu selbstverständlich eine kleine Buchkritik. Vielen Dank an dieser Stelle an die Leserin des Literaturasyls, die den Beitrag zu „Einen Scheiß muss ich“ gelesen hatte und mir im Zuge dessen das Buch schickte. Thommy Jaud ist also kein Unbekannter für mich und wie angekündigt, wollte ich ihm eine zweite Chance geben. Erschwerend hinzu kam, dass Vollidiot ein voller Erfolg an den Kassen der Bücherläden war und es zu einer deutschen Verfilmung kam. Na ja, deutsche Filme stehen auf einem ganz anderen Blatt und ich bin der festen Überzeugung, dass der letzte gute deutsche Film „das Boot“ war.

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Buchbesprechung

Arschkarte

Arschkarte ist das erste veröffentlichte Buch von Heiko Thieß und läuft wohl unter der Kategorie Männerroman. Erschienen im Piperverlager und ja, ich gebe es zu, ich bin selbstverständlich über den Titel zum Buch gekommen. Aus dem Regal der Buchhandlung genommen, immerhin noch den Klappentext gelesen und ab in den Einkaufskorb. Ob sich der Roman und die investierten 8,99 € aus meiner Sicht lohnen, klärt sich in diesem Beitrag.

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Buchbesprechung Ratgeber

Der Feind in meinem Büro

Ein Fünftel aller Angestellten hasst ihren Chef und 80% mögen ihn nicht. Bei diesen Zahlen war klar, dass mir der Lesestoff auf den Leib geschneidert ist. Vielleicht kann mir das Buch den einen oder anderen Tipp zur Steigerung der Produktivität oder zur Mitarbeitermotivation geben, vielleicht das Betriebsklima verbessern und so letztendlich das Betriebsklima verbessern. Das Ziel ist aber trotzdem noch Geld zu verdienen und nicht ein Happykinderland für Mitarbeiter zu erschaffen. Der Feind in meinem Büro ist ein Buch dessen Titel mich sehr gespannt auf den Inhalt sein ließ.

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Buchbesprechung

Einen Scheiss muss ich

Diese Buchkritik beschäftigt sich mit „Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud, der unter dem Sean Brummel schrieb. Ob der starke Titel auch dem Inhalt entspricht und um was es überhaupt geht, soll im nachstehenden Text geklärt werden. Tommy Jaud ist ein deutscher, recht erfolgreicher Autor, dessen bekannteste Werke bis jetzt wohl der Vollidiot und Millionär sein dürften. Der Vollidiot wurde mit Oliver Pocher verfilmt, was ich aber zum Zeitpunkt des Lesens noch nicht wusste. Ich hatte auch keine Ahnung, dass es sich um einen deutschen Autor handelt.  Im weiteren Beitrag findet ihr auch ein kleines Video, in welchem ich das Buch bespreche.

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Buchbesprechung

Frau mit Grill sucht Mann mit Kohle

Sophie, 49 Jahre, lebt mit ihrem Mann in Trennung und hat mal so nebenbei den Karl kennengelernt. Dessen Ehe lief auch nicht gut und so fiel man übereinander her und zog nach 4 Monaten zusammen. Sophies Ex ist nicht so glücklich über die Situation, da er von der ganzen Geschichte aus einem Brief erfuhr und Sophie auch den kompletten Hausstand heimlich einpackte. Alex, die Ex von Karl, kann zumindest oberflächlich besser mit der Situation umgehen, aber auch hier brodelt es unter der Oberfläche. Und schließlich gibt es noch Karls erwachsene Ziehtochter Amelie, die ihre ganz eigene Vorstellungen hat, wie man die Frau behandelt, welche die Ehe ihrer Eltern Familie zerstörte.

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Buchbesprechung

Der Fänger im Roggen

Seit dem Erscheinen dieses Buches im Jahr 1951 hat sich Der Fänger im Roggen heute als Long-Time-Seller etabliert, der jährlich eine Viertelmillion Exemplare absetzt. Insgesamt hat die Gesamtaufgabe die 50 Millionen weit hinter sich gelassen und der Debütroman des amerikanischen Schriftstellers J. D. Salinger gilt als moderner Klassiker. Mit Recht?

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Buchbesprechung

Mein Amerika

Dass der Reiseschriftsteller Bill Bryson nicht immer sonderlich ernst ist, muss an dieser Stelle wohl kaum noch erwähnt werden. Dass er ein Buch über seine Kindheit in Amerika geschrieben hat, ist jedoch durchaus interessant und so wollen wir uns heute Mein Amerika von ihm vornehmen.

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Dschihad – Greg Rucka

Tara Chace arbeitet beim SIS, der operativen Einheit des MI6. Nach einem Brandanschlag auf die Londoner U-Bahn möchte die englische Regierung Vergeltung an den Schuldigen üben, die jedoch im nahn Osten sitzen. Tara Chace erhält ihren Marschbefehl und soll auf fremden Boden für Genugtung sorgen.

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Buchbesprechung

Friedhof der Kuscheltiere

Stephen King taucht hier nicht zum ersten Mal in unserem Blog auf. Sein Debütroman konnte mich nicht wirklich überzeugen, doch heute schauen wir uns einen echten Klassiker von ihm an. Die Rede ist natürlich von Friedhof der Kuscheltiere, das Buch, von dem Stephen King sagt, es sei das Furchtbarste, was er je geschrieben habe und im Vorwort sagt, er sei mit diesem Buch zu weit gegangen.

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Buchbesprechung

Der Buick

Heute nehmen wir uns mal wieder ein Werk von Stephen King vor. Der Buick ist ein 2002 erschienener Roman und mit knapp 500 Seiten überraschend kurz. Ein Grund mehr, ihn sich mal anzusehen.

Ned Wilcox ist der Sohn eines Polizisten, der von einem Betrunkenen überfahren wurde und irgendwie wächst er in das Kollegium hinein. Ein Buick steht in einer versperrten Garage, der Junge entdeckt diesen und stellt natürlich Fragen. Seine Kollegen erzählen ihm die Geschichte.