Öffentliche Meinung Definition

Mit dem Begriff der öffentlichen Meinung lässt sich die Ansicht aller Mitglieder einer Gesellschaft zu einem Thema darstellen, bzw. auch nur eines informierten und engagierten Teils einer Gesellschaft. Wichtig ist nach Satori dabei, dass diese Meinung „in der Öffentlichkeit verbreitet wird“.
Schmidtchen definiert die Öffentliche Meinung als Gesamtheit aller Reaktionen in der Bevölkerung zu einem Thema der Politik oder einem Thema, welches wiederum Politik hervorbringt. Als besonderer Akteur sollen hier die Massenmedien genannt sein, die eine vorrangige Rolle bei der Produktion von Öffentlichkeit einnehmen.

Definition Öffentliche Meinung

In Undemokratischen Systemen findet die Öffentliche Meinung nicht in Form der Beteiligung der Bürger oder als Willensäußerung der Bürger statt, sondern ist viel mehr ein Produkt der Systemmedien. In demokratischen Systemen ist die Öffentliche Meinung eine Legitimation für politisches Handeln.

Voraussetzung für Öffentliche Meinung:
– Es muss eine Öffentlichkeit vorhanden sein, d.h. Informationen müssen für alle frei zugänglich sein und die Meinungsfreiheit darf nicht eingeschränkt sein.
– Es muss öffentliche Kommunikation stattfinden.

Die öffentliche Meinung ist in der Politik ein sehr wichtiger Faktor in demokratischen Systemen, da der Souverän zumeist außer bei Wahlen seinen Willen nicht so äußern kann, dass er seitens der legitimierten Vertreter Gehör findet. Durch Meinungsforschung kann versucht werden, die Öffentliche Meinung festgestellt zu werden. Auf Europäischer Ebene werden dazu gerne Eurobarometerumfragen auf bundespolitischer Ebene mehr das Politikbarometer genutzt.

Problematisch ist, dass die öffentliche Meinung ein theoretischer Begriff ist, den man zwar umschreiben kann, aber der nicht in aller Schärfe abzubilden ist. Ein weiterer Kritikpunkt ist dabei, dass selbst eine unscharfe Darstellung noch ein großes Spektrum für Interpretationen ermöglicht. Die Meinungen werden nicht von allen Mitgliedern einzeln vorstellig, sondern werden in der Öffentlichkeit wieder von sogenannten Meinungsführern ( Medien, soziale Vertreter, usw. ) vertreten, die wieder nur selektiv Meinungen (in der Gatekeeper-Funktion ) verbreiten.
Selbst wenn die Öffentliche Meinung richtig getroffen ist, so stellt sich die Kritik, dass es zum „Schwund der politischen Führungsbereitschaft“ kommt. Es sei laut Naßmacher nicht nur Aufgabe der legitimierten Vertreter „zu wissen, was das Volk will, sondern auch,was es braucht“.

„Mit Präzision über öffentliche Meinung zu sprechen, ist mit der Aufgabe vergleichbar, sich mit dem Heiligen Geist auseinanderzusetzen.“ (V.O. Key: Public Opinion and American Democracy, 1961)

Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliche_Meinung

Naßmacher, Hiltrud (2004) Politikwissenschaft, 5. Auflage; Lehr- und Handbücher der Politikwissenschaft, Oldenburg

Satori, Giovanni (1992) Demokratietheorie, Darmstadt

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *