Der Rosie-Effekt

Der Rosie-Effekt von Graeme Simsions in der heutigen Buchbesprechung. Vor gut einem Jahr las ich schon das Rosie-Projekt von ihm und war damals leider nicht ganz so überzeugt.  Jetzt gibt es den Nachfolger und vielleicht hat der Schriftsteller vielleicht doch das eine oder andere von meiner Kritik gelernt. Wir fangen zunächst mit einer kleinen Videobesprechung an und den Rest gibt es anschließend schriftlich. Wer selbst nicht lesen mag, hat so die Wahl sich auch einfach berieseln zu lassen.

Video der Rosie-Effekt

Inhalt der Rosie-Effekt

Don Tillman ist zurück und lebt jetzt mit seiner Rosie in New York. Die beiden sind ein paar und haben sich mit den Eigenarten Tillmans arrangiert oder kommen damit zumindest klar. Don hat sogar einen Freund im großen Baseballfan Dave gefunden. Die Ehe scheint ganz gut zu laufen, aber wie in jeder guten Ehe kommen doch wieder Probleme auf. Rosie und Don werden Eltern. Diese Nachricht führt bei Don zu einem kompletten Systemausfall und zunächst steht die Flucht auf dem Plan. Nachdem er sich beruhigt hat, stellt er sich aber der Situation und versucht mit Rosie ein klärendes Gespräch zu führen. Diese macht ihm klar, dass sie von ihm erwartet, dass er alle Probleme löst und von ihr fern hält. Don in seiner eigenen Welt nimmt die Worte für bare Münze und versucht jeglichen Stress von Rosie fern zu halten. Leider verstrickt er sich dabei immer tiefer in ein Lügengeflecht und tappt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Zu allem Überfluß taucht auch noch Gene auf und zieht vorläufig in die Wohnung mit ein, über ihnen wohnt ein Rockstar, der ständig laute Musik spielt und Dave steht mit seinem Handwerkerservice knapp vor der Pleite. Zusätzlich verstrickt er sich auch bei einer Therapeutin in diverse Widersprüche und so nimmt das Schicksal seinen Lauf, dass Rosie trotz seiner Bemühungen immer unzufriedener wird.

Buchkritik Rosie-Effekt

Auf den 442 Seiten kommt schon einiges an Material zusammen und als Leser gilt es sich auf die sonderbare Denkweise des Don Tillmans einzulassen. Aus seiner Denke heraus scheint alles vollkommen logisch zu sein und er möchte so gerne alles Regeln. Um ein guter Vater zu sein, setzt er sich zum Beispiel auf einen Spielplatz und beobachtet  und fotografiert dort die Kinder. Leider sehen das die anwesenden Mütter etwas anders wie er und melden ihn der Polizei. Als diese sich dann auch nicht direkt höflich mit ihm unterhält, setzt er diese zunächst außer Gefecht und landet schließlich auf der Wache, wo er immer tiefer ins Schlamassel gerät.

Fast alle Gags im Buch folgen diesem Schema und sind recht bald durchschaubar, so dass mir als Leser ein wenig der Überraschungseffekt fehlte. Trotzdem muss ich zugeben, dass sich der Autor deutlich weiterentwickelt hat und nicht mehr wie im ersten Buch die Späße auf kosten Tillmans gerissen werden, sondern man mehr aus der Situation heraus entwickelt werden. Das erleichterte mir das Schmunzeln und ich konnte besser mitfühlen. Ich kann nur hoffen, dass der Schriftsteller noch besser wird, dann kann es eine sehr unterhaltsame Buchserie werden.

Die anderen Charaktere neben Don Tillman sind wieder konsequent unterzeichnet, d.h. sie werden zwar dargestellt, aber es wird eben nicht auf ihr eigenes Wohlbefinden eingegangen. Tillman ist sozial eingeschränkt, weswegen er auf seine eigene Weise alle Probleme lösen möchte. Da seine Lösungsansätze aber meist tief in die Privatspähre der anderen eingreifen, liegen dort die nächsten Fettnäpfchen, die es zu bedienen gilt.

Das Rosie-Projekt stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerlisten und alleine schon deswegen konnte sich der Rosie-Effekt ebenfalls vorne platzieren. Vielleicht taucht nächste Saison wirklich der dritte Teil auf und man wird sehen können, wie sich Don als Vater schlägt. Auf Dauer ermüden die Witze den Leser und das Finale scheint mir ebenfalls nicht der große Wurf zu sein.

Wer sollte Rosie-Effekt lesen?

Ich persönlich empfehle den Rosie-Effekt eingeschränkt weiter und zwar an folgende Situationen:

  • Abends auf dem Nachtisch vorm Einschlafen noch eine halbe Stunde lesen
  • Tagsüber am Strand, wenn man nach einem Nickerchen noch zu faul ist, sich zu bewegen
  • Wenn man eine doofe Arbeit hat und sich vorher beim Pendeln noch etwas aufheitern möchte

Nicht zu empfehlen ist es als ernsthafte Literatur oder als tiefgreifendes Unterhaltungsbuch. Sicherlich ist der Autor auch nicht um den feinen Humor bemüht, sondern ist ganz klar auf den kurzen Lacher aus.

Wo bekomme ich den Rosie-Effekt?

Natürlich kann man  sich den Roman in der lokalen Buchhandlung bestellen, aber wenn Euch mein Beitrag gefallen hat, wäre es toll, wenn ihr ihn über den folgenden Link bei Amazon bestellen würdet:

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Ich selbst habe es zwar noch nicht ausprobiert, aber wer möchte, kann sich das Buch auch als Hörbuch bei Audible anhören. Dort kann man sich während des Probemonats ein kostenloses Hörbuch aussuchen und da wäre doch der Rosie-Effekt eine wunderbare Ergänzung:

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