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Tagebuch der Apokalypse 4

Das Tagebuch der Apokalypse 4 ist der bisher letzte Band der Zombie-Serie von J L Bourne. In diesem Beitrag gibt es unter anderem eine kurze Zusammenfassung der Geschichte und die dazugehörige Buchkritik. Als Vorlage dient die Audible-Version als Hörbuch. Die deutsche Erstausgabe erschien beim Heyne-Verlag 2017, umfasste 416 Seiten und wurden aus dem Englischen übersetzt von Wally Anker. Die ISBN lautet 978-3-453-31840-3.

Tagebuch der Apykalypse 4 Inhalt und Zusammenfassung

Kilroy ist mit seiner Familie und den anderen Überlebenden mittlerweile auf einer sicheren Insel angekommen, die sich gut verteidigen lässt und eine gewisse Sicherheit bietet. Wasser, Strom, Nahrung und eine gewisse Sicherheit sind vorhanden und eigentlich könnte man sich mit der Situation der Zombie-Apokalyse arrangieren. Zwar verwandeln sich die Menschen immer noch in Zombies sobald sie sterben, aber mit Türen aus Metall und umfunktionierten Hundekäfigen als Babybetten ist auch diese Gefahr überschaubar. Für unseren ehemaligen Marineflieger ist dieses Leben aber nicht unbedint das, was er sich versprochen hat.

Auf einem seiner Angelausflüge mit John empfängt er einen Funkspruch dem er unbedingt nachgehen möchte. Einige Zeit später macht er sich alleine auf den Weg ins radioaktiv verseuchte Zombieland.

Schließlich trifft er auf die Kampfgruppe Phoenix, die angeblich ein Heilmittel gegen die Seuche gefunden haben will. Entschlossen macht er sich alleine auf den Weg nach Atlanta um der Sache auf den Grund zu gehen.

Tagebuch der Apokalypse 4 – Kritik

Eigentlich hatte ich mit der Reihe schon nach dem dritten Teil abgeschlossen und schon gar nicht mehr daran gedacht. Um so größer war meine Freude als ich durch Zufall auf den mittlerweile erschienenen vierten Teil stieß. Den dritten Teil der Reihe empfand ich zwar zunehmend schwächer.

Leider entfernt sich der vierte Teil weiter vom ursprünglichen Charakter Kilroys. Er wird immer mehr zum mit dem Kopf durch die Wand-Typen, der schon fast unvorsichtig durch die Zombielandschaft läuft. Dementsprechend gefährlich verläuft seine Reise und er springt von einer knappen Situation zur nächsten. Im ersten Buch ist dieser Charakter noch der etwas paranoide Prepper, der sich mit militärischer Präzession auf seine eigenen Fähigkeiten verlässt und durchdachte Lösungen für jedes Problem sucht. Auch wenn einige kurze Rückblicke auf die bisherigen Bücher vorhanden sind, so handelt es sich wieder um eine komplett neue Geschichte und neue Charaktere. Diese bleiben leider ebenfalls so blaß wie in den vergangenen Büchern. Das lässt dem Leser zwar mehr Platz für die eigene Fantasie, aber der Autor hat hier eine Chance zur Beschreibung einer dystopischen Welt ausgelassen. Ich habe sicherlich nichts gegen die Geschichte, dass er wieder alleine hinauszieht um die Welt zu retten, aber die Art und Weise wie es geschieht, lässt den Lesesr manchmal etwas ratlos zurück. Zum Beispiel die Geschichte mit seinem gefundenen elektronischen „Haustier“, die nicht so wirklich in das Bild der Endzeitstimmung passen möchte. Mag es noch so verkratzt und angeschossen sein, so ist es immer noch ein Stück militärisches Hightech und gerade im Zusammenhang mit Remode Six passt es nicht in diese Umgebung.

Es muss bei aller Kritik immernoch betont werden, dass es sich bei das Tagebuch der Apokalypse 4 noch immer um einen grundsoliden Zombie-Roman handelt. Zwangsläufig muss sich das Buch aber dem Vergleich mit seinen Vorgängern stellen und dabei lassen sich gewisse Schwächen nicht übersehen. Nehmen wir zum Beispiel die Szene mit dem Piratenangriff. Da schießt einer aus ungefähr 1000 Metern Entfernung recht ungezielt aufs Boot und anstatt davonzusegeln, holt er das dicke MG, weiß dabei nicht wo der Schütze sitzt und ballert einen kompletten Gurt 7.62er grob auf die Küste. Die beiden Piraten scheint das nicht groß zu interessieren, denn sie rasen mit einem roten Schnellboot direkt auf ihn zu. Wer würde nicht auf die gleiche Idee kommen, wenn das Gegenüber gerade seine eindeutige Überlegenheit der Waffen demonstriert hat? Jedenfalls holt Kilroy den nächsten Patronengürtel und pulverisiert das gegnerische Boot inklusive Piraten. Mein Problem dabei besteht darin, dass kaum noch Menschen übrig sind, während wohl alle Kauf- und Lagerhäuser noch voll mit Nahrungmittel und Waren sind. Wieso sollte man sich dann die Mühe machen einen Überlebenden aufs Korn zu nehmen, der seine Fähigkeiten schon zur Genüge in der Zombieapokalypse bewiesen hat? Mir würden die zwei bis drei Milliarden Zombies als Gegner vollkommen ausreichen und ich würde mich über jede helfende Hand freuen.

Im ersten Teil wurde jeder Schritt zumindest am Anfang des Buchs sauber durchdacht und vorsichtig ausgeführt. Im vierten Teil kommt jedoch ein kleiner Rambo zum Vorschein, der offensichtlich nicht mehr ganz so bedacht aufs Überleben aus ist. Dieser Umstand, gepaart mit den blaßen Nebencharakteren, wirkt sich negativ auf die Geschichte und somit auch aufs Lesevergnügen aus.

Tagebuch der Apokalypse 4 Fazit

Ich war happy als ich vom vierten Teil erfuhr und selten jemals hatte ich mir so schnell ein Hörbuch heruntergeladen. Nach fast 3 Jahren Pause der Serie hatte ich vielleicht grundsätzlich eine zu hohe Erwartungshaltung aufgebaut und es mag sein, dass keine Version der Geschichte dieser Erwartung gerecht geworden wäre. Die charakterliche Veränderung, dieses mit dem Kopf durch die Wand und die etwas plumpe Story haben mich als Leser aber nicht in ihren Bann gezogen. Selbstverständlich bin ich dankbar, dass die Serie jetzt wohl ihr endgültiges Ende gefunden hat und dass überhaupt noch eiu weiterer Teil veröffentlicht wurde, vielleicht hätte man es aber nach dem dritten Band auch gut sein lassen können. Wer eines der ersten drei Bücher gelesen hat, für den ist die Leküre ein muss, allen anderen kann ich nur den ersten Teil zum Lesen empfehlen. Für mich ein nicht ganz gelungener Abschluss einer der besten Zombie-Serien bis dato und alle vier Bücher zusammen spielen für mich noch immer in der Liga von Z-Wars und die Nacht der lebenden Toten.

Hier könnt ihr unsere Beiträge zu den anderen drei Büchern der Serie lesen: