Jean Jaques Rousseau

Jean-Jacques Rousseau – Religion

In diesem Artikel der Jean-Jacques Rousseau Reihe werden die Ansichten zu Religionen näher beleuchtet. Hierbei geht es vor allem um die ursprüngliche Religion, die staatsbürgerliche Religion und die priesterliche Religion. Grundlage hierfür ist sein Buch der Gesellschaftsvertrag.

Jean-Jacques Rousseau – Religion

Zum Schluss seines Buches geht Rousseau in Kapitel 8 auf die Staatsreligionen ein. Ursprüngliche Staaten wurden nicht von Fürsten regiert, sondern von ihren Religionen bzw. Göttern. Diese begrenzten ihr Herrschaftsgebiet auf das territoriale Gebiet des Staates, da jedes Volk seine eigenen Götter hatte. Wären es die gleichen gewesen, hätten sie sich zu einem Volk zusammen geschlossen. Die Herrschaft der einzelnen Götter wurde anerkannt und so wurden errichtete Staatsgrenzen respektiert, folglich wurden Götter von anderen Völkern auch als existent angesehen und auch ihre Macht anerkannt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Religionskriege, da sie eins mit den politischen Zielen waren. „Überall, wo die Geistlichkeit zu einer Körperschaft zusammengeschlossen ist, ist sie Herr und Gesetzgeber in ihrem Lande.“ (Der Gesellschaftsvertrag, Buch 4, Kapitel 8, Jean-Jacques Rousseau). Die Religionskriege tauchten erstmalig auf, als sich die Religion von der Politik trennte. Rousseau unterscheidet drei Arten von Religionen:

1. Ursprüngliche Religion

Die ursprüngliche Religion kann man auch als Religion des Herzens bezeichnen, da sie keinerlei äußeren Zwängen unterworfen ist. Sie ist der pure ursprüngliche Glaube im Herzen, der keinerlei Gottesdienste, Traditionen, etc. bedarf. Es ist die Religion, die Rousseau immer noch für die Beste hält, aber auch hier sieht er noch Nachteile. Er befürchtet, dass sich die Gläubigen nicht mit ihrem ganzen Herzen dem Staat widmen können und dies würde sich wiederum nachteilig auf den Staat auswirken. Rousseau bezeichnet diese Religion auch als göttliches Naturrecht.

2. staatsbürgerliche Religion

Die staatsbürgerliche Religion gibt den Menschen eines einzelnen Landes ihre Götter, Heiligen oder Schutzpatrone, welche direkt die Regierung stellen. Der höchste Bischof ist der Fürst und die Priester sind seine Beamten. Traditionen sind sehr wichtig und müssen streng befolgt werden, da es ja der Wille der Götter ist. Sie besitzt die Vorteile, dass alles was das Volk für sein Vaterland tut, es auch gleichzeitig für seinen Gott, bzw. die Religion macht. Die Verehrung gilt dem Vaterland. Die Gefahren bestehen in der Beziehung zu anderen Göttern, die in diesem Fall mit anderen Völkern gleichzusetzen sind. Die eigene Religion wird als die Wahre angesehen und versetzt das Volk in einen andauernden Kriegszustand mit seinen Nachbarn.

3. priesterliche Religion

Hierbei bildet die Religion einen Staat im Staat, vergibt eigene Gesetze, die teilweise im Widerspruch mit den Gesetzen der Politik stehen. Als Beispiele nennt Rousseau hier das römisch-katholische Christentum, die Religion des Lamas und die, der Japaner. Rousseau lobt in diesem Zusammenhang Hobbes, der seiner Meinung nach, als einziger christlicher Philosoph die Problematik richtig erkannt hat.

rousseau kommt zu dem Schluss, dass man jede Religion anerkennen sollte, solange sie andere Religionen duldet. Außerdem steht er der römisch-katholischen Kirche mehr als distanziert gegenüber, was er am Ende des 8 Kapitels deutlich zum Ausdruck bringt mit dem Satz:

Der Grund , der Heinricht IV. veranlaßte, die römisch-katholische Religion anzunehmen, müsste jeden ehrlichen Menschen und besonders jeden vernünftig denkenden Fürsten bestimmen, aus ihr auszutreten“ (Der Gesellschaftsvertrag, Buch 4, Kapitel 8, Jean-Jacques Rousseau)

Hiermit endet fast die Artikelreihe zu Jean-Jacques Rousseau und seinen politischen Ansichten. Im abschließenden Kapitel wird noch ein kurzes Nachwort sowie verschiedene Medien zum Thema erörtert.

Weitere Teile der Artikelserie

  1. Teil 1 Jean-Jacques Rousseau
  2. Jean-Jacques Rousseau – Teil 2 – Der Sozialvertrag
  3. Jean Jacques Rousseau – Buch 3 – Der Sozialvertrag
  4. Regierungsformen nach Jean-Jaques Rousseau
  5. Rousseau und das Thema Wahlen
  6. Rousseau zur Religion
  7. Jean Jaques Rousseau Medien und Nachwort

Sonstige Stimmen zu Jean Jacques Rousseau

Friedrich Schiller Gedicht – Rousseau

 

 

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

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