Cover des Hörbuchs

Tagebuch eines sentimentalen Killers

In der heutigen Buchbesprechung wird das Werk Tagebuch eines sentimentalen Killers von Luis Sepulveda. Im Leben eines Profikillers gibt es nur zwei Regeln: binde dich nicht an eine Frau und weiß nicht zu viel über deine Opfer. Der Protoganist im Buch bricht mit beiden Regeln und bleibt trotzdem bis zum Ende in seiner Rolle.

Tagebuch eines sentimentalen Killers

Ein Serienkiller macht nicht nur wegen eines Auftrags eine schwere Zeit durch. Auch seine Freundin hat sich gerade von ihm getrennt und sein Kontaktmann zwingt ihn langsam in den Ruhestand zu kommen. Manchmal wird die Welt ein wenig kleiner, als sie ohnehin schon ist und dann muss man eben auch die Suppe auslöffeln, die man sich selbst eingebrockt hat.

Buchkritik

Der Buchbesprechung dient das Hörbuch als Vorlage und deshalb kann ich mich nicht bis ins letzte Detail mit Satzbau und Stil beschäftigen. Trotzdem scheint es sauber zu geschrieben zu sein und hat einen guten Flow. Einen riesigen Spannungsbogen besitzt es jetzt nicht, aber wer sich gerne im Hintergrund etwas anhört, ist mit dem Tagebuch sicherlich gut bedient.

Inhaltlich gesehen ist das in Buchform 80 Seiten lange Werk doch ziemlich zerstückelt und springt von einem Schauplatz zum nächsten. Spannend ist dass der chilenische Autor Paris, Istanbul, Frankfurt, Madrid und Mexiko auswählte. Da bleibt dann leider nicht viel Zeit um Figuren zu entwickeln oder eine große Geschichte aufzubauen.

Im Verlauf des Buchs hat mich zumindest eins sehr gestört: es gibt ab dem mexikanischen Teil doch sehr frappierende Ähnlichkeiten zum Film Assassins mit Antoni Banderas und Sylvester Stallone in den Hauptrollen. Der Film erschien 1995, das Buch Tagebuch eines sentimentalen Killers 1998.  Ich möchte hier nichts unterstellen, aber es darf sich gerne jeder selbst ein Bild davon machen oder sitzt in jedem zweiten Film einer an einem sehr warmen Tag gegenüber einer Eingangstür in Südamerika und wartet bis ein Killer sich blicken lässt?

Stylistisch fällt einem selbst beim Hörbuch auf, dass pratisch keine Namen geannt werden, aber warum auch, wenn man schon ein Profikiller ist. Immer in der Rolle, immer ein unsichtbarer Schatten. Trotzdem nimmt er seine Aufträge telefonisch entgegen und hat auch kein Problem damit seinem Chef zu sagen, dass er fast einen von der DEA umgelegt hat. Das passt dann mal wieder nicht so ganz ins Bild.

Fazit Tagebuch eines sentimentalen Killers

Einerseits ist das Buch echt übel und ich weiß auch nicht, warum es von manchen Leuten als Thriller bezeichnet wird. Eine Folge Spongebob Schwammkopf hat mehr Spannungsbögen zu bieten. Positv ist zu bewerten, dass es nur 80 Seiten lang ist und es sich somit wirklich um eine Einschlafhilfe handeln könnte. Das Hörbuch ging fast genau eine Stunde und die Lesezeit wird sich auch nicht unbedingt davon großartig unterscheiden.  Ich möchte es mal so ausdrücken: wenn man es günstig auf dem Flohmarkt findet und nichts besseres zu Lesen hat, dann ja, ansonsten nicht unbedingt.

Für Leute die sich gerne ein Hörbuch zum Einschlafen anhören, sieht die Sache schon wieder etwas anders aus. Hier kann man sich eine Woche unterhalten und hat immer 10 ruhige Minuten. Letztenlich ist es wahrscheinlich Geschmackssache, aber etwas mehr Tiefe hätte ich mich schon gewünscht.

Infos zum Buch:

ISBN: 978-3423128704

Erscheinungsjahr: 1998

Originaltitel: Diario de un killer sentimental

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *