Hier sieht man den Titel der Fänger im Roggen

Der Fänger im Roggen

Seit dem Erscheinen dieses Buches im Jahr 1951 hat sich Der Fänger im Roggen heute als Long-Time-Seller etabliert, der jährlich eine Viertelmillion Exemplare absetzt. Insgesamt hat die Gesamtaufgabe die 50 Millionen weit hinter sich gelassen und der Debütroman des amerikanischen Schriftstellers J. D. Salinger gilt als moderner Klassiker. Mit Recht?

der absolute Long-Time-Seller – teilweise zu recht

Holden ist zum vierten Mal aus einer Schule geflogen. Er will abhauen und schlägt sich die drei Tage bis zu den Ferien in New York durch. Im Laufe der Samstagnacht und des Sonntags trifft er den verschiedensten Menschen. Damen in der Hotelbar, Taxifahrer, eine Prostituierte – er trifft sich dann mit einem Mädchen, dass er eigentlich nicht mag, trifft sich mit einem Mitschüler und schlecht sich letzten Endes nach Hause und haut wieder ab, als seine Eltern kommen. Ein ehemaliger Lehrer gewährt im Unterschlupf, streicht ihm einmal über den Kopf, woraufhin Holden panisch reagiert und abhaut. Er verbringt die Sonntagnacht am Bahnhof, trifft sich am Montag mit seiner Schwester, die die einzige ist, die ihm Halt geben kann. Er kommt letzten Endes nach Hause.

Ich habe echt Probleme gehabt, mich in das Buch hineinzufinden. Noch nach 50-60 Seiten (von knapp 200) hatte ich keinen Überblick, aber irgendwann sprang der Funke über und hat mich etwas überwältigt.

Inhaltlich passiert gar nicht so viel, außer Holden sind die Charaktere auch uninteressant, aber Holden ist dafür ziemlich ausführlich beschrieben. Sprachlich kann man vielleicht englische Jugendsprache der 50er mitnehmen. Das ist für den allgemeinen Sprachgebrauch durchaus nicht unnütz, aber es gibt dem Buch eine gewisse Authentizität – verbunden natürlich mit der Tatsache, dass ein Ich-Erzähler vorliegt.

Das, was das Buch interessant macht, ist eigentlich die Einstellung von Holden. Er fühlt sich heimatlos und ziellos, ist ein einer „Ich gegen den Rest der Welt“-Phase und ich denke, jeder hat schon mal eine solche Phase durchgemacht und kann sich damit gut identifizieren – ich konnte es jedenfalls.

Ratlos ließ mich das Ende zurück. Scheitert Holden? Ich hatte zwischendurch die Ahnung, dass Holden scheitern wird und sich möglicherweise umbringen wird. Aber mit seiner Rückkehr habe ich eigentlich nicht gerechnet. Ist das jetzt sein Scheitern oder seine Rettung? Diese Frage ist für mich noch immer offen.

Ich weiß nicht genau, was ich dem Fänger im Roggen geben soll. Es ist sicherlich ein gutes Buch, aber es muss nicht jeder gelesen haben. Wenn ihr euch für Klassiker interessiert, lohnt sich das Buch, auch wenn ihr euch für moderne Romane interessiert, ist der Fänger einen Blick wert. Ansonsten? Ihr verpasst nicht unbedingt etwas, aber es schadet bestimmt auch nicht, den Fänger mal zu lesen. Gerade für Jugendliche in der Selbstfindungsphase ist das Buch bestimmt lohnenswert. Ich gebe einfach mal 8/10 Punkten.

Gastbeitrag

Der Beitrag wurde von unserem Gastblogger Florian Ostertag geschrieben und uns samt Foto exklusiv fürs Literaturasyl zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns recht herzlich und hoffen auch weiterhin viele Beiträge von ihm zu lesen.

Anmerkung Webmaster

Sicherlich gehört der Fänger im Roggen zur Literatur, die man gelesen haben sollte. Ich selbst habe das Vergnügen noch vor mir und kann gar nicht viel zum Buch sagen. Trotzdem liegt es schon auf meinem Nachttisch bereit und wartet nur auf ein wenig Zeit. Sobald dies geschehen ist, werde ich selbstverständlich auch noch ausführlich meine persönliche Meinung zum Fänger im Roggen hier veröffentlichen.  Trotzdem denke ich schon jetzt, dass es durch seine allgemeine Bekanntheit einen Platz in jedem Bücherregal verdient, auch wenn ich selbst erst noch erlesen muss, ob es ein Meisterwerk oder literarischer Abfall ist.

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

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