Das Bild zeigt das beschriebene Buch

Das Wörterbuch des Viktor Vau

Viktor Vau ist Wissenschaftler, eigentlich Sprachwissenschaftler, beherrscht aber auch das Feld der Psychologie. Zudem weist er autistische Züge auf, weswegen er versucht alles in seinem Leben einer gewissen Ordnung zu unterwerfen. Hierzu gehört für ihn auch die Sprache, welche so viele Ungereimtheiten birgt. Deshalb hat Viktor Vau beschlossen die perfekte, logische Universalsprache zu erfinden, mit welcher sich alle Ungenauigkeiten in der menschlichen Kommunikation ausräumen lassen würden. Welche Ereignisse er damit jedoch auslösen würde, konnte selbst ein so durchdachter Mensch wie Viktor niemals ahnen.

Das Wörterbuch des Viktor Vau – Kritik & Erörterung

Der Roman das Wörterbuch des Viktor Vau kommt zu Beginn recht mächtig daher, lässt sich aber gut lesen. Die Geschichte verläuft mehrgleisig und fügt sich später zu einem großen Handlungsstrang zusammen, der trotzdem immer wieder neue Ideen und Informationen verarbeitet. Ganz spannend ist die Tatsache, dass es nicht einen echten Protagonisten gibt, sondern alle Figuren recht gleichwertig handeln und beschrieben werden. Andererseits resultiert hieraus der Nachteil, dass man kaum mit einer Figur richtig warm wird, geschweige denn sich an einen Charakter bindet.

Zum Buch gehören auch enorme Zeitsprünge über Jahrhunderte hinweg, die sehr abrupt wirken und beim Lesefluß sehr stören. Als wäre es nicht genug, spielt die gesamte Handlung in einer futuristischen Welt, die für sich schon einiges an Verständnis verlangt. Trotzdem war dies dem Autor immer noch nicht genug und er hetzt mit seiner Geschichte über weitere Kontinente hinweg.

Die eigentliche Kritik des Buchs besteht dann auch eher darin, dass viel zu viel in ein Buch gepackt wurde. Da hätten wir die klassische Zeitreisegeschichte, einen totalitären Überwachungsstaat, stark terroristisch veranlagte Partisanen, einen Rainman-Wissenschaftler, einen Serienkiller, Agenten im 007 – Stil, den guten Bullen mit Schlapphut & Trenchcoat, ein postapokalyptisches Areal mit angeschlossener Gewaltdiktatur in Afrika und ein wenig Bücher- und Sprachvergewaltigung aus 1984. Für die paar hundert Seiten einfach viel zu viel und es wirkt erschlagend. Das eigentlich Erstaunliche dabei ist, dass der Autor es tatsächlich geschafft hat, all das unter einen Hut zu bringen, wenn auch mehr schlecht als recht.

Der Autor Gerd Ruebenstrunk

Gerd Ruebenstrunk hat nach Angaben im Buch einen recht außergewöhnlichen Lebensweg hinter sich. Unter anderem arbeitete er als Kneipenwirt, Sprachlehrer, Discjockey, Texter, Kreativdirektor diverser Agenturen. Zusätzlich zu erwähnen wären noch Tellerwäscher, Flaschenabfüller und Schaufensterpuppenverpacker. Sein Erstlingswerk war „Arthur und die Vergessenen Bücher“. Zur Zeit lebt und arbeitet er in Duisburg.

Leseempfehlung oder nicht?

Tja, in was soll man nun das Wörterbuch des Viktor Vau einordnen. Sience-Fiction, Krimi, Thriller oder etwa wo ganz anders? Ich möchte das gar nicht bestimmen und dazu gehört auch die eingeschränkte Leseempfehlung. Ich selbst las das Wörterbuch des Viktor Vau im Urlaub bei strahlendem Sonnenschein an der Küste des Atlantiks. Dabei gehen geht einem das Lesen ganz anders von der Hand und und ich wurde recht gut unterhalten. Ob dies jetzt aber direkt am Buch lag, möchte ich doch ein bezweifeln. Es war mehr die Erholung, die Umgebung und das Gefühl endlich mal Zeit zum Lesen zu haben. Ich zähle das Werk ganz persönlich also in die Kategorie der unterhaltsamen Urlaubsbücher, vielleicht auch als ganz gute Wahl für den Nachttisch. Zur großen Weltliteratur reicht es aber nicht und deswegen bleibt mir nur das Urteil übrig: kann man lesen, muss man aber nicht.

Buchgrundlage:

Das Wörterbuch des Viktor Vau
ISBN 978-.3-492-70224-9
2. Auflage 2011
Erschienen im Piper Verlag GmbH, München 2011
Printed in Germany

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

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