Petition gegen die Sperrung von Internetseiten

Heute mal einen Beitrag mit einem etwas ernsterem Hintergrund. Die Bundesregierung, insbesondere unsere Bundesfamilienministerin, hat beschlossen der Kinderpornographie im Netz den Kampf anzusagen. Dieses Vorhaben in allen Ehren und es ist ein sehr erstrebenswertes Ziel, allerdings haben die Vollpfosten von Volksvertretern mal wieder keine Ahnung, wie das Internet überhaupt funktioniert…

Petition gegen die Sperrung von Internetseiten

Da das Thema Kinderpornographie immer wieder gut bei der Bevölkerung ankommt ( bei mir auch ) dachte man sich, man könnte ja einen Gesetzentwurf zum Thema aus dem Boden stampfen. Der Plan lautet, Seiten mit dem Schweinkram in Zukunft zu sperren und stattdessen eine Seite anzuzeigen, auf dem der User auf sein Fehlverhalten hingewiesen wird.

Das Vorhaben sieht auf den ersten Blick sehr gut aus, erweist sich aber schnell als völlig nutzlos und schwachsinnig. Erstens werden bei diesem Vorhaben, soweit es auf Server bezogen ist auch völlig unschuldige Websites geblockt. Zweitens wird laut Studien mehr als 90% der Sauerei direkt von Usern getauscht oder über Filesharingnetzwerke verteilt. Somit sind Websites überhaupt nur minimal betroffen.
Drittens öffnet dieser Gesetzentwurf der Regierung Tür und Tor diverse andere Websiten zu sperren, was dann in einer regelrechten Zensur enden könnte. Viertens kann jeder nur halbwegs versierte Internetbenutzer einen Proxy verwenden und somit die Sperre ganz einfach umgehen. Somit läuft der Gesetzentwurf völlig ins Leere und ist vollkommen nutzlos, ganz im Gegenteil er schränkt sogar die Freiheit im Internet ein.

Deshalb gibt es jetzt eine Petition, die sich direkt gegen das Gesetz wendet. Diese Petition ist nicht nutzlos, denn sobald sie 50.000 Unterzeichner gefunden hat, muss sie im Bundestag verhandelt werden. Die Debatte zur zweiten Lesung des Gesetzes wurde vor allem über die Nützlichkeit bestimmt und ob es überhaupt sinnvoll ist.

Bis jetzt wurden schon 30.000 Stimmen gesammelt und ich freue mich über jeden, der bei dieser Petition mitmacht.

ONLINE-PETITION GEGEN DIE SPERRUNG VON INTERNETSEITEN

LINK ZUR PETITION (die Inhalte wurden mittlerweile entfernt, deswegen hier auch keine Links mehr.)

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

2 Gedanken zu „Petition gegen die Sperrung von Internetseiten“

  1. Huch 😯 Literaturasyl ? Ist die im Asyl oder du ? :mrgreen:

    Die Petition habe ich schon „unterschrieben“, bin dadurch aber durch jemand anderes dazu „aufgerüttelt“ worden… 😀

    Zum Thema fällt mir noch ein:
    Ich habe gehört, es könne sein, daß man das BKA in der Bude haben kann (unter Umständen) wenn man auf so einer Sperrseite gelandet ist (aus welchen Gründen auch immmer).
    Ich bin natürlich auch gegen KiPo, aber wie du auch schon schreibst, ist DAS der falsche Weg.

  2. Joa, sollen sie halt schauen, aber trotzdem, es ist und bleibt der falsche Weg. Sie sollen sich lieber mal was sinnvolles einfallen lassen. Sowas wie Schwanzabhacken oder so 😀

    Gruß

    AMUNO

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