Mit offenen Karten – Georgien

Krieg im Kaukasus und hierzulande ist sich praktisch niemand bewusst, warum es eigentlich geht. Viele wissen nicht einmal wo Georgien liegt und welche ethnischen Gruppen dort leben. Das Thema ist äußerst komplex und kann nicht mit ein zwei Schlagzeilen in den Tageszeitungen erklärt werden. Ich habe nun einen relativ guten und erklärenden Bericht zu Georgien gefunden: Mit offenen Karten – Georgien.
Am Ende wird zwar wieder sehr viel auf das Erdöl der Region eingegangen, allerdings in einer noch akzeptablen Art und Weise. Interessant werden dabei zumindest die verschiedenen Interessen angesprochen.

Mit offenen Karten Georgien

Entdeckt habe ich den Bericht im Blog Analyse+Aktion

Man sieht schon an diesem kurzem Bericht, wie kompliziert die Lage ist. Durch Halbwissen, durch persönliche Präferenzen und durch eine relativ Seichte Berichterstattung der Medien, haben sich die meisten Menschen hierzulande ein eigenes Bild der Lage gemacht. Dieses kann allerdings nicht mit der Komplexität des Themas mithalten und schneidet somit zum Großteil einseitig ab.
Die Kontroversen kommen deshalb größtenteils nicht über eine Stammtischdiskussion hinaus. Dieses Niveau setzt sich auch in der Bloggerspähre fort und so sieht man größtenteils am Thema vorbei geführte Beiträge, die eben nicht faktisch ihre Punkte darlegen. Verfolgt man die Beiträge, so lässt sich eine Tendenz erkennen, bei der viele Leute ihren in den letzten Jahren entwickelten Antiamerikanismus eins zu eins auf Russland umlegen. Der Protagonist Russland nimmt hierbei vorab schon die Rolle des Bösewichts ein, der ausschließlich aus Ressourceninteressen handelt. Nur zu schnell wird dabei vergessen, dass die Nato engere Gespräche mit Georgien über dessen Eintritt führt und somit Russland den westlichen Pakt direkt vor der Haustüre hätte. Die Leute fragen sich nicht, wie wohl die USA reagieren würden, wenn Mexiko, Kanada und Russland ein militärisches Verteidigungsbündnis schließen würden. Dieser Natobeitritt würde Georgien eine gewisse Sicherheit gegenüber Russland bieten und wie im Bericht schon erwähnt, würden Europa und die USA abgesicherte Transportwege zu neuen Ressourcen erhalten, ohne das Russland involviert wäre.

Politikwissenschafftlich wird also sehr viel Unwahres behauptet, welches man aber nicht einfach abtun kann. Die meisten Blogger sind einfach nur erschrocken darüber, dass es am östlichen Rand Europas zu einem solchen Krisenherd kam, dabei ist diese Lage seit mehr als 15 Jahren kein Geheimnis. Erwähnenswert ist die pazifistische Gesinnung der Blogger, die in allen Beiträgen offen zum Vorschein kommt. So hat die Äußerung der Halb- und Unwahrheiten in politischer Hinsicht den positiven Aspekt der politischen Partizipation. Interessant wäre eine Untersuchung der gegenwärtigen Aufspaltung dieses Partizipationsverhaltens in Bezugnahme zwischen Kaukasuskonflikt, Menschenrechte in China und den Menschenrechten in den USA (Guantanamo). Die Frage ist wie sich das Potenzial verhält und auf die einzelnen medialen Themen umlegt. Eine Möglichkeit ist die gleichmäßige Verteilung und Verbreitung, allerdings halte ich es persönlich wahrscheinlicher, dass sich die Bloggerspähre in einer Wellenbewegung hinter der jeweils aktuellsten Nachricht bewegt.

Trackbacks und diverse Diskussionen aus verschiedenen Blogs:

Freunde der offenen Gesellschaft

Lindwurm

Ansar News

Grenzenlos Frei

Probleme Heute

Klamm – ganz schlimmes Beispiel für eine Forumsdiskussion

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

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