Die Integrationsdebatte – Teil 2

Im zweiten Beitrag zur Integrationsdebatte möchte ich mögliche Sichtweisen auf das Problem dem Leser näher bringen, sowie verschiedene Lösungsansätze aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Es soll gezeigt werden, wie Komplex das Thema eigentlich ist und wie kontrovers die Diskussion geführt wird. Dabei sollen viele externe Artikel und Aussagen weiterhelfen.

Lösungsansätze und Sichtweisen auf das Integrationsproblem

Kamyar Kalantar-Zadeh ist Arzt und studierte in Deutschland Medizin. Mittlerweile praktiziert er in Amerika und äußert sich hier zur Integrationsdebatte und zur Meinung der Kanzlerin. Sehr schön beschreibt er, wie viele „Urdeutsche“ selbst nicht in der Lage sind ein reines und sauberes Hochdeutsch zu sprechen und mittels Dialekt verständigen müssen. Diesen Punkt stellt er sehr gut und wahrscheinlich müssen sich wirklich einige Leute an die eigene Nase fassen, bevor sie auf andere zeigen. Dennoch hat der Beitrag einen kleinen Schönheitsfehler, denn er lebt seit 17 Jahren nicht mehr in Deutschland und wird nicht zentral in Neukölln leben. Sein Lösungsansatz besteht darin, dass er und seine Krankenschwestern nun Spanisch lernen, damit sie sich mit ihren Patienten überhaupt verständigen können.

Sehr interessant stellt der Kabarettist Hagen Rether das Problem der Integration dar. Ganz erstaunlich, dass dieses Video schon einige Jahre alt (2007)  ist und somit seiner Zeit einerseits weit voraus war und andererseits die Dinge auf den Punkt bringt.

Einerseits zeigt das Video, wie es zu dieser Stimmung kommen konnte, andererseits nimmt Hagen Rether auch wieder nur einen Ausschnitt der Wahrheit an. Bei Hagen Rether kommt es mir ein wenig vor, als würde er gar keinen Handlungsbedarf sehen. Sicherlich verändern sich Gesellschaften über den Lauf der Zeit immer und es ist nur ein natürlicher Prozess, dass sie irgendwann in sich zusammenfallen. Andererseits kann man diesem Prozess auch nicht tatenlos zuschauen, wenn man der Meinung ist, dass die aktuelle Gesellschaftsform ganz angenehm und tragbar sei.

Der Stern gibt im Grunde Herrn Sarrazin recht, der postuliert, dass die Integration gescheitert sei. Herr Sarrazin klagt übrigens viel mehr an, als dass er sich um Lösungsvorschläge bemüht. Seine These beschränkt sich sehr darauf, dass wenn man in einer bestimmten sozialen Schicht geboren wurde, dieser auch höchstwahrscheinlich sein Leben lang angehörig bleibt.

Die Schweizer mit ihrer direkten Demokratie streiten sich ebenfalls über das Problem der Integration und fallen immer wieder mit ihren sehr pragmatischen Lösungsansätzen auf. So konnte mittels einer Volksabstimmung ein Minarettverbot in der Schweiz verabschiedet werden. Aktuell geht es in einem Referendum darum, ob man alle kriminell gewordenen Ausländer (hiermit sind auch Bürger der EU gemeint), nach Verbüßen ihrer Strafe abschieben soll. Zusätzlich wird über ein Einreiseverbot zwischen 5 und 15 Jahren abgestimmt, im Wiederholungsfall sogar von 20 Jahren. Die Abstimmung über diesen Volksentscheid soll am 28. November 2010 fallen. Sicherlich löst diese Möglichkeit nichts, sondern verschiebt die Problematik nur über die Grenze.

Interessant ist die Position der Linken und Grünen. Diese behaupten, wenn es überhaupt ein Problem geben würde, wäre es die Schuld der mangelnden Integrationsangebote und man müsste hier dringend nachbessern. Die These fußt darauf, dass man in den letzten 30 Jahren die Integration kaum oder wenig betrieb. Dabei wurden vor allem Gastarbeiter als willkommene Arbeitskräfte gesehen, die aber auch bitte wieder irgendwann nach hause gehen sollten. Diese Versäumnisse müssen sich die Politiker sehr wohl gefallen lassen, denn in diesem Bereich gab und gibt es sicherlich enorme Defizite und auch eine gewisse Integrationsanst hat ihren Anteil.

Einschlägige Foren und Internetseiten wie zum Beispiel Pi-news selektieren sehr stark. Dabei gilt nicht so sehr die Herkunft als problematisch, sondern viel mehr der Glauben und die Religion. Die Argumentation verläuft vereinfacht dargestellt daraus hinaus, dass man behauptet Menschen bestimmter Religionen würden per se einem anderen Kulturkreis angehören und wären grundsätzlich nicht integrierbar. Es wird vor allem vor einer Überfremdung gewarnt und an Ängste in der Bevölkerung appelliert.

Im dritten Teil der Artikelserie werde ich vor allem auf meine eigene Meinung eingehen und diese anhand diverser Fakten erklären. Eventuell kommt noch die eine oder andere Studie zur Sprache. Wer den ersten Teil verpasst hat, kann ihn hier unter Integrationsdebatte – Teil 1 – das Problem nachlesen.

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

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