A Watschen! Bayernwahl ein Märchen

So, die Bayern haben gewählt und wieder einmal hat dieser vermaledeite Wähler nicht das getan, was von ihm erwartet wurde. Es ist halt ein Kreuz mit diesem unartigem Pöbel und man kann erwarten, dass sich über kurz oder lang hessische Verhältnisse im Südwesten des Landes breitmachen. Zunächst aber mehr zur Wahl.

CSU: 43.4 % – 17.3 %
SPD: 18.6 % – 1 %
Grüne: 9.4 % + 1.7 %
FW: 10.2 % + 6.2%
FDP: 8.0 % + 5.4 %
Linke: 4.3 % +4.3 %
Sonstige: 6.3 % + 0.7%

Schonmal aufgefallen, dass die Grünen jetzt teilweise an dritter Stelle genannt werden? Warum eigentlich, liegen sie doch hinter den freien Wählern zurück.
Nun aber zur etwas anderen Wahlanalyse und ein paar Gründen für das historische Abstinken Wahlergebnis der CSU.
Erinnern wir uns zurück, vor ein paar Jahren war es noch ein friedliches kleines Königreich, geführt von dem allseits beliebten König Edmund Stoiber. Dieser wollte eigentlich gar nicht König von Bayern sein, sondern viel lieber von ganz Deutschland, nur das ihn die anderen Kinder nie mitspielen ließen. So verzagte er ein wenig und wollte für ganz viele Steuergelder eine kleine Trasse für eine Magnetschwebebahn in München bauen. Waren ja nur ein paar Milliarden, aber das sahen die Wähler leider nicht so.
Tja und dann tauchte das pure Böse in einer sehr klassischen Form auf: einer Frau Namens Pauli. Die war früher mal eigentlich ein braves CSU-Mitglied und Landrätin, brauste auf ihrem Motorrad durchs Land und kümmerte sich um die Leute. Leider war sie nicht verheiratet und so sah sich Edmund gezwungen ein paar Informationen einzuholen. Unglücklicherweise tat er dies nicht, indem er einfach fragte, sondern indem er ein paar Leute auf die Landrätin ansetzte, solche Leute wie den Beckstein und den Huber. Raus kam bei diesen „Ermittlungen“ ja nichts, aber Frau Pauli kam dahinter und prangerte das Verhalten ihrer Chefs öffentlich an. Da hatte es sich dann mit Königs Edmunds Regentschaft gehabt. Etwas Gutes hatte ganze Sache aber, denn immerhin ein Bayer und zwar Frau Pauli, hatte mittlerweile gelernt, was Becksteins Schreierei nach mehr innerer Sicherheit und mehr Überwachung für Folgen haben könnte.
Edmund war weg und nun brauchten die Bayern ganz schnell eigentlich einen neuen König. Der Seehofer Horst hatte schon lange auf diese Gelegenheit gewartet und reiste fluchs aus Berlin nach München um den Thron zu besteigen. Leider hatte er Feinde und die Presse veröffentlichte, dass er eine Affaire hatte. Kam jetzt gar nicht so gut an, da er nicht seine Freundin zu Wahlkampfzwecken in die Kameras hielt, sondern seine Familie. Der Seehofer Horst ward bitterlich erzürnt, da niemand sein Privatleben respektierte. Leider war auch er einer dieser Verblendeten, die das eine dem Wähler erzählen und etwas ganz anderes tun. Auch hier fragte sich der kleine Wähler, warum er immer noch für mehr Überwachung sei, wenn er sich doch selbst so sehr über Ergebnisse von Nachforschungen aufregte.
Tja, da standen nun die Bayern ohne König und irgendwie war kein gescheiter Ersatz da und da kam die CSU auf die glorreiche Idee, wenn wir schon nicht einen gescheiten König haben, dann basteln wir uns doch einen zusammen. Schließlich gelang ihnen eines der beängstigten Experimente überhaupt und heraus kam der neue König, der Beckstein-Huber.
Frau Pauli wurde übrigens zwischenzeitlich ein wenig aus der CSU gemobbt, denn Leute die in der Politik so was wie die Wahrheit sagen, sind gar nicht so beliebt. Schließlich packte sie ihre Bündel und zog um zu den freien Wählern.

Der Beckstein-Huber musste sich nun aber der kommenden Wahl stellen und rasch stemmten sie ein Wahlprogramm, welches dem Wähler wohl gar köstlich munden würde… dachten sie…
Ganz rasch nahmen sie die kleine Magnetbahn-Trasse aus dem Programm und der alte König Stoiber zürnte. Trotzdem versuchte er aus seinem europäischem Exil immer wieder ein paar Fäden in Bayern zu ziehen. Der nächste Clou waren die Wahlkampfauftritte für ein rauchfreies Bayern, die vornehmlich in Nichtraucherfestzelten stattfanden. Nur welcher Bayer geht schon in ein Nichtraucherfestzelt und so wurde dieser Vorschlag gar nicht erst erhört. Der größte Hit für den Beckstein-Huber, war aber ihre Idee den Wählern ihre Pendlerpauschale wieder zu geben. Darüber hätte sich der Wähler auch wirklich gefreut und siehe da, man hätte es damit wirklich schaffen können. Leider gab es da noch die doofe Bundesregierung in Berlin, der auch die CSU angehörte und die just in der Woche vor der Wahl eben gegen genau jene Pendlerpauschale stimmte. Da war der kleine Wähler vielleicht angepisst und sagte, dem Beckstein-Huber, diesem Monster mit zwei Köpfen, dem geben wir unsere Stimme nicht und da es trotz allem alles gute Bayern sind und alles was links von der Mitte per se böse ist, gaben sie ihre Stimmen nicht der Linken und den Roten sondern zumeist den Freien Wählern und der FDP.
Warum geht es eigentlich hier nicht um die SPD in diesem Märchen? Ach ihr müsst wissen, die SPD ist eine schon sehr alte Tante und verschläft schon seit Jahren die Zeichen der Zeit und weiß gar nicht wie ihr geschieht. Immerhin auch sie kann einen Rekord verzeichnen, das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten in Bayern…

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

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