Der Fluch des Wendigo

Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo

Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo ist der zweite Roman um den Jungen Will Henry und seinem nicht ganz so väterlichen Mentor und Gönner Dr. Pellinore Warthrop von Rick Yancey.

Handlung:

Dieses Mal geht es auf die Jagd, wie der Titel schon verspricht, auf die Jagd nach dem Wendigo. Dieses Mal wird der Leser mit verschiedenen zeitgenössischen Zeitungsartikeln in das ihn erwartende Thema eingeführt. Der immer skeptische Dr. Warthrop erhält Besuch aus der Vergangenheit. Muriel Chanler, die Frau eines Kollegen des Doktors, bittet diesen um Hilfe.

Ihr Mann ist auf der Jagd nach einem Wendigo in Kanada verloren gegangen. Da Dr. Warthrop und Muriel Chanler offensichtlich eine gemeinsame Vergangenheit haben und der vermisste John Chanler ein guter Freund des Doktors ist, fühlt sich dieser verpflichtet, der Bitte nachzukommen. Dies macht er, obwohl oder weil er nicht an die Existenz des Wendigos glaubt und er Chanlers Expedition von Grund auf für blödsinnig hält.

So gehen der Doktor und Will Henry auf die Reise ihres Lebens und stellen sich einer Gefahr, die keiner von ihnen auch nur im geringsten abschätzen konnte.

Inhalt:

Das zweite Buch um Will Henry und den Monstrumologen ist eine gelungene Fortsetzung der Lebensgeschichte des Waisenkindes. Rick Yancey dreht hier noch mal ein bisschen mehr auf, was Gewalt und Brutalität angeht. Sehr viel gnadenloser und blutrünstiger als der erste Roman, steht er diesem in Spannung, Sprachstil und Artwork in nichts nach. Deutlich düsterer als sein Vorgänger, mit immer wiederkehrenden Motiven der Einsamkeit, des Verloren seins  und auch der unerfüllten Liebe werden aufgezeigt.

Man erfährt mehr über die Vergangenheit des Doktors, was den Charakter noch dreidimensionaler und nachvollziehbarer macht. Standhaft sind seine Weigerungen, das Übernatürliche zu akzeptieren, was ihn stellenweise als regelrechten Trotzkopf erscheinen lässt, doch trotz allen Widerstandes lässt er sich davon nicht abbringen.

Auch Will Henry macht eine schöne, wenn auch langsame Wandlung durch und stößt mehr als einmal im Verlauf der Geschichte an seine Grenzen.

Besonders gut hat mir der Umgang mit den diversen historischen und fiktiven Personen gefallen. Am Anfang des Buches wird darauf hingewiesen, dass viele Namen der handelnden Figuren geändert wurden. Mehr oder minder raffiniert erkennt man beim Lesen den ein oder anderen Namen wieder, so wie zum Beispiel Bram Stoker oder Abraham von Helsing.  Damit einhergehend wird die Vampirlegende mit der des Wendigos verknüpft, was für Kenner der Materie nicht wirklich weit hergeholt ist.

Aufbau:

Interessant finde ich auch den Aufbau des Buches der sich in drei Teile gliedert. Der erste Teil spielt in der weitläufigen Wildnis von Kanada und der Suche nach John Chanler. Der zweite Teil gönnt dem Leser und den Hauptfiguren eine erholsame Pause der erlittenen Strapazen. Der dritte Teil schließlich bildet den grausamen Höhepunkt mit für mich nicht erwarteten Ereignissen.

Fazit:

Der Monstrumologe und Fluch des Wendigo ist ein mehr als gelungener Nachfolgeroman, der mitreißt und in seinen Bann schlägt. Klare Empfehlung für alle, die von der Monstrumologie nicht genug gekommen können. Freue mich schon sehr auf den dritten Teil der Geschichten um Dr. Pellinore Warthrop und dem jungen Will Henry.

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