Kritik
am Fernsehbeitrag
"Briefbombenserie verunsichert Europa - Bauanleitungen
gibt es im Internet"
der Sendung Stern-TV am 21.1.2004 auf RTL gesendet
Mit Entsetzen mußte ich den Beitrag auf Stern-TV
anschauen, in dem ein Filmbeitrag über Bombenbauanleitungen
im Internet zu sehen war mit anschließender
Kurzdiskussion eines angeblichen Experten.
In diesem Beitrag wurde gezeigt, wie mittels eines
Großrechners innerhalb von 4 Stunden 200 Seiten
gefunden wurden, welche Bauanleitungen für
Bomben beinhalten sollten, zumindest wurde dies
zugesichert, da die Seiten laut Aussage des Experten
eine 100% Trefferqoute mit den Suchworten "Bau
einer Bombe" aufwiesen. Weiterhin wurden Auszüge
aus diversen Seiten gezeigt, welche polarisiert
die Wörter "BOOM" verwendeten und
es wurde bei diesem Experten nachgefragt, ob man
nicht entsprechende Seiten, bzw. Inhalte komplett
aus dem Internet entfernen könnte, was dieser
bejahte. Das einzig richtige, was dieser Herr von
sich gab, war, daß man in Bezug auf dieses
Thema sehr alleine dasteht und keinerlei Unterstützung
von öffentlicher Seite erhält.
1. Wurde dieses Thema nur am Rande angekratzt und
jeder der sich mit der Thematik genauer beschäftigt,
weiß, wie es wirklich im Internet wirklich
aussieht. Es wurde nicht einmal im Ansatz angesprochen,
warum es Anfragen der Wirtschaft an die aktiven
Sprengstoff-Foren in der Vergangheit gegeben hat.
2. Ein Großteil der Szene ist nach dem 11.September.2001
abgetaucht und betreibt keine offenen Internetseiten
mehr.
3. 99.5% der im Internet veröffentlichten
Anleitungen stammen aus zwei Programmen, die wir
hier absichtlich nicht namentlich nennen. Eines
stammt aus der rechten Szene und eines aus der linken
Szene. Diese Anleitungen wurden einfach 1:1 aus
diesen Beiträgen herauskopiert.
4. Es wurden im Hintergrund beim anzeigen der Ergebnisse
und Seiten auch Anleitungslinks zum Bau einer Atombombe
und von Thermit gezeigt. Suche ich nach "Bau
einer Atombombe" bei Google.de bekomme ich
innerhalb 0.26 Sekunden circa 29.600 Treffer. Bei
dieser Atombombenanleitung handelt es sich um einen
reinen Funtext, der schon seit mehreren Jahren im
Internet public ist. Weiterhin handelt es sich bei
Thermit handelt es sich um eine chemische Verbindung,
die beim Eisenbahnbau verwendet wurde (leider nicht
bekannt ob immer noch in Gebrauch) um Eisenbahnschienen
zu schweißen. Es handelt sich um eine extrem
heißes Gemisch welches sich in keinster Weise
für Sprengsätze jeglicher Art verwenden
lässt.
5. Über 90% der Seiten, die Bombenbauanleitungen
im Internet veröffentlichen stammen von Personen,
die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.
Hier sollte man eindeutig die Schuld nicht bei den
Betreibern, sondern deren Eltern suchen, bzw. diese
auf ihre Aufsichtspflicht gegenüber ihren Kindern
aufmerksam machen.
6. Wie sollte jemand in der Lage sein, solche Inhalte
aus dem Netz zu verbannen, wenn selbst wir als aktive
Gemeinschaft gegen solche Bastelanleitungen nicht
in der Lage sind, die eigentliche Szene aufzuspüren?
Es gibt weiterhin Snuff-Videos, Kinderpornos und
sonstige illegale Inhalte im Internet, zu der sich
die Rechtssprechung schon eindeutig geäußert
hat. Gegen diese Inhalte wird aktiv gekämpft,
aber trotzdem sind sie nicht aus dem Netz zu verbannen.
Wie also kommt der sogenannte Experte also darauf,
daß dies durchaus möglich wäre?
7. Der Admin von Bombenterror.de schätzt die
Zahl der aktiven Szene in Deutschland auf etwa 3.000
- 4.000 Menschen. Dazu kommt noch die pyrotechnische
Szene, die in erlaubtem Rahmen handelt mit etwa
10.000 Menschen. Das würde bedeuten, daß
es in Deutschland circa 14.000 Menschen gibt, die
in der Lage sind Sprengsätze zu bauen, die
so manche terroristische Organisation vor Neid erblassen
ließe. Diese Zahlen beruhen auf langjährigen
Beschäftigungen direkt mit dem Thema Sprengstoffanleitungen
im Internet, aber mit diesem Thema will sich der
Innenminster wohl nicht auseinandersetzen, denn
die potenzielle Gefahr, die von dieser Gruppe ausgeht,
ist um mehrere 1000% höher, als von irgendwelchen
Terrororganisationen.
Nicht zuletzt die Erfahrungen der letzten Jahre
zeigen, daß ein solches Thema vielschichtig
und kompliziert ist, als daß es von jemandem
in 5 Minuten erklärt werden könnte, der
einen Großrechner über das Internet schicken
kann. Leider gab es vor 3 Jahren auch einen Unfall
in Deutschland, bei dem sich ein Jugendlicher selbst
verletzte, als er die Anleitung für eine Rohrbombe
aus dem Internet nachbaute. Der Betreiber dieser
Webseite war ein 16 Jahre alter Jugendlicher.
Weiterhin handelt es sich meistens um Jugendliche,
welche diese Anleitungen nachbauen und Spaß
daran haben, wenn es primitiv gesagt stinkt und
knallt. Werden sie erwischt erhalten sie in den
meisten Fällen ein paar soziale Dienste, was
aber kaum einen davon abhält diesem Lebensgefährlichem
Hobby weiterhin zu fröhnen.
Alle Hintergrundinformationen stellen wir (bzw.
der Admin) gerne der Presse oder der Justiz zur
Verfügung, auch wenn wir denken, daß
recht wenig Interesse wie auch in den letzten 5
Jahren besteht.
Eine letzte Sache noch, die uns immer wieder erschrickt.
Innerhalb von 2 Tagen stiegen unsere Zugriffszahlen
um mehrere 100% nach Ausstrahlung dieses Beitrages,
wie immer, wenn sich ein Organ der Presse mit dem
Thema auseinandersetzt. Vielleicht sollte man ersteinmal
für eine Strafverfolgung sorgen, bevor man
dieses Thema in der Öffentlichkeit breit tritt
und man kann nur von Glück sagen, daß
diese Seite einen Großteil der von Neugierde
getriebenen von ihren eigentlichen Zielen (den wirklich
gefährlichen Sprengstoffanleitungen) abhält.
mit bedauernden Grüssen
Marc "AMUNO" Nemitz
Admin von Bombenterror.de
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