Geldhaufen

Der Hartz IV Monat – Teil 4

Die zweite Woche geht vorbei und immer noch liege ich in meinem 300.- Euro Monatsbudget. In diesem Artikel lege ich nun ein Augenmerk auf ein paar andere Dinge, die nicht unbedingt direkt aufs Geld bezogen werden können. Unter anderem geht es um den Faktor Zeit, welcher in diesem Selbstversuch nicht tragend zur Geltung kommt. Der erste Artikel zum Selbstversuch könnt Ihr übrigens hier lesen.

Mit dem Geld komme ich recht gut hin, allerdings haben sich auch keine großen Extraausgaben aufgetürmt. Wenn ich bedenke, dass ich vielleicht eine Nachzahlung leisten müsste, hätte ich vielleicht mehr Probleme. Es ist Samstag und obwohl ich aus war, habe ich immer noch 20 Euro meines Geldes übrig. Gerade wenn man bewusst einkauft, kann man doch eine Menge Geld sparen. Dies ist sicherlich ein Punkt, den ich auch nach dem Hartz IV Selbstversuch beibehalten möchte.

Der Zeitfaktor bei Hartz IV

Heute soll es aber mehr um den Faktor Zeit gehen und um Dinge, die vielleicht indirekt damit im Zusammenhang stehen. Gerade in diesem Monat bin ich recht fleißig und habe fast durchgehend etwas zu tun. Rechne ich nun aber all diese Zeit ab, die ich eben für meine Jobs verbrauche, bleibt ein sehr, sehr großes Quantum übrig, welches ich zunächst einmal mit einer Beschäftigung füllen müsste.

Ich besitze selbst keinen Fernseher und würde mich wahrscheinlich schrecklich langweilen. Klar, ich könnte lesen, aber am Tag 12 Stunden mit Lesen zu verbringen, wäre dann doch wieder zu viel des Guten. Raus kann ich nicht unbedingt gehen, denn mit welchem Geld sollte ich mir denn Kulturangebote leisten? Meine Freizeitgestaltung würde also mit ein wenig Computer, Lesen und vielleicht das Treffen mit Freunden aufgepeppt. Trotzdem habe ich das Gefühl, die Langeweile hätte einen großen Platz in meinem Leben.

Ein weiterer Punkt ist mir aufgefallen. Ich bewege mich zur Zeit weniger. Man sollte es nicht glauben, aber wenn man sonst immer mindestens einmal am Tag auf eine Tasse Kaffee in die Stadt geht und mehrmals die Woche ein Restaurant besucht, kommt man raus. Dies geschieht zur Zeit nicht und ich merke, dass ich mich unwohl fühle. Ich ernähre mich nicht ungesünder, doch springe ich nicht für jede Kleinigkeit, sondern kaufe eben geplant ein, da mir sonst das Geld ausgehen würde. Die Auswirkungen sind jedoch recht paradox. Gesundes Essen und man fühlt sich dennoch schlapp. Hätte ich Zeit und wollte Sport treiben, wäre dies allerdings auch nur eingeschränkt möglich.  Sicherlich Joggen kann man immer mal, aber ein Saunatag würde schon enorme Unkosten bedeuten. Nach ein paar Recherchen habe ich jedoch ein Sportstudio gefunden, welches seine Dienste für 180.- € im Jahr anbietet. Auf den Monat herunter gerechnet wären diese 15 € und diese sollten mir meine körperliche Ertüchtigung schon wert sein. Andere Sportstudios verlangen allerdings locker bis zu 75.- € und liegen damit weit außerhalb des Machbaren.

Ich frage mich also, wie man sein Leben sinnvoll oder sinnig während eines Hartz IV Erhalts gestalten könnte. Eine Google-Suche nach dem Thema bringt erstaunliche Ergebnisse zum Vorschein. Zum Beispiel wird auf dem Hartz IV Blog ein Artikel vorgestellt, wie sich erfolgreiche Menschen verhalten. Bei Freenet findet man einen Artikel, der am Ende einem zumindest ein paar Verhaltenstipps gibt und nicht nur Sparanweisungen enthält. Einen wirklich guten Artikel habe ich dann bei Sozialhilfe24.de gefunden. Hier besprechen Betroffene das Thema Freizeit und setzen sich durchaus kritisch damit auseinander. Sehr interessant sind die Berichte über die zunehmende soziale Verarmung mit der Dauer des Hartz IV-Bezugs. Alles scheint aber darauf hinaus zu laufen, dass man sich selbst einen strukturierten Tagesablauf schafft und Kontakt mit Menschen aufrecht erhält.

Persönlich hätte ich nicht erwartet, dass ich Probleme mit der freien Zeit bekommen würde und hätte die größeren Schwierigkeiten beim Geld gesehen. Mittlerweile bin ich in diesem Punkt allerdings schlauer geworden. Selbst wenn ich etwas unternehme, habe ich größere Ansprüche daran.

Wie der nächste Teil der Artikelserie aussehen wird, kann ich jetzt selbst noch nicht sagen, da ein recht groß geplantes Event dieses Wochenende leider aus arbeitstechnischen Gründen ins Wasser gefallen ist.  Ich werde mich also ganz in meine Rolle begeben und einfach mal ein wenig treiben lassen.

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

3 Gedanken zu „Der Hartz IV Monat – Teil 4“

  1. Diese Debatte über die Hartz 4 Reform ist langsam kaum noch zu ertragen. Wer steigt da noch durch?! Ich finde es schrecklich was für eine Hinhalterei die Minister da anstellen. Wer hat am Ende eigentlich was davon? Etwa der einzelne Hartz 4 Empfänger? Ich denke 5 Euro bringt doch niemandem wirklich was. Aber kosten tut das viel Geld. Ich denke der Ansatz sollte ein anderer sein. Das Ziel muss sein, den Arbeitslosen wieder einen Job zu vermitteln. Vielleicht sollte man mehr in die Unternehmen investieren.

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