völlig zerstörte Becksdose laut Schlecker

Bierdosenpfand oder warum Schlecker kein Dosenpfand bezahlt

So liebe Freunde der Nacht, heute mal ein kleiner Artikel zur Drogeriekette Schlecker und warum dort der Kunde anscheinend nicht König ist und warum sie die gesetzlichen Bestimmungen nicht so ernst nehmen. Da können die Firmenanwälte von mir aus gleich die Messer wetzen, ist mir auch scheißegal, ich unterschreibe alles, aber einen verschissenen Scheißdreck werde ich den Artikel hier zurücknehmen. Schließlich nimmt Schlecker auch nichts zurück, aber das gleich in der Geschichte.

Ich wohne in der wunderschönen Altstadt Marburgs und kaufte normalerweise immer bei Schlecker meine Getränke ein, da dieser eben geschickt liegt. Unter anderem eben auch eine Dose Bier, Marke Becks, hat auch gut geschmeckt zum Essen. Nachdem all meine Getränkevorräte versiegt waren, packte ich artig und brav meinen Rucksack mit dem Leergut. 6 PET Wasserflaschen, eine Colaflasche und eben auch diese Bierdose. Alles paletti dachte ich, wurde zwar eng im Rucksack, aber was solls, mit ein wenig Gewalt ging er zu.

Bei Schlecker angekommen packte ich dann 6 neue Wasserflaschen und eine neue Colaflasche ein und wollte eigentlich mein Pfandgut an der Kasse abgeben. Schließlich hatte ich es auch dort gekauft. Die Bierdose war leider unter der Gewalteinwirkung etwas gequetscht worden, alle anderen Flaschen flogen 1:1 direkt in den bereitgestellten Müll der Firma Schlecker. Bei meiner Bierdose hieß es, diese könnte nicht angenommen werden, da sie ja völlig „zerquetscht“ sei und überhaupt, solche Dosen könne man hier unter keinsten Umständen annehmen.

Was soll ich sagen, ich guckte zuerst wie ein Auto, dann guckte ich, ob nicht die versteckte Kamera irgendwo hing. Danach fragte ich die Kassiererin freundlich, aber bestimmt, ob sie mich eventuell verarschen wolle. Sie verneinte und zeigte auf ein Plakat hinter sich, auf welchem Schlecker eben die Rücknahme zerstörter Dosen ausschließt. Hier nun das Bild der völlig zerstörten und unerkennbaren Dose:

völlig zerstörte Becksdose laut Schlecker
Zerstörte Becksdose

Joa, also mir kommt sie irgendwie so gar nicht zerstört vor und ich meine, ich habe diese Dose dort ja gekauft und wollte sie eben auch dort zurückgeben. Jetzt mag man sagen, ich sei ein Korintenkacker, aber das stimmt nicht ganz. Ich teilte nochmals mit, dass ich die Dose doch genau in eben jenem Schlecker gekauft hatte, sie eh direkt im Müll lande und es doch völlig egal wäre. Darauf hin verschwand die Freundlichkeit der Verkäuferin ein wenig und das war dann der Punkt, an dem auch meine Freundlichkeit im Arsch war. Nicht aus Gründen der Korintenkackerei, sondern, dass ich eben, als König Kunde, wie der letzte Hans Wurst behandelt wurde.

Mittlerweile bildete sich eine kleine Schlange von Kunden hinter mir, was mir nur mehr den Anlass gab, mich etwas lauter zu unterhalten. Ich machte die Dame darauf aufmerksam, dass sie gesetzlich dazu verpflichtet sei, die Dose zurückzunehmen. Sie zeigte wieder aufs Schild. Ich sagte, dass es eine Frechheit wäre mich so zu behandeln und sie zuckte mit den Schultern. Mittlerweile stiegen die zwei Herrschaften hinter mir in der Schlange auch ins Gespräch ein und pflichteten mir bei.  Ich meinte also nochmal mit meiner letzten Freundlichkeit, dass sie doch bitte die Dose hier zurücknehmen solle, schließlich sei ich ein normaler Kunde und die Dose hätte sich einfach beim Transport etwas eingebeult und es wäre jetzt wirklich lächerlich, dass man diese nicht zurücknehmen würde. Sie weigerte sich standhaft und der Herr hinter mir meinte: „Na dann kauft man eben besser keine Dosen mehr bei Schlecker.“ Die Dame dahinter antwortete direkt darauf: „Nee, lieber kauft man wohl gar nicht mehr bei Schlecker.“

Ich zahlte mein Zeug und verließ den Laden, selbstverständlich mit meiner leeren Bierdose. Direkt daheim packe ich aus und sehe wieder die Bierdose und dann denke ich mir so, da wohl Schlecker nicht sehr viel von König Kunde hält, halte ich vielleicht auch nicht so viel von Schlecker und TATATA fällt mir ganz plötzlich ein, dass ich ja einen kleinen Blog habe, denn gaaaaaaaaaaaaaaanz wenig Leute lesen. Warum nicht einen kleinen Artikel zu Schlecker, ihrer Pfandpolitik und der allgemeinen Kundenfreundlichkeit schreiben? Mal ganz davon abgesehen, dass die Dose jetzt im Restmüll landet und ich eben durch diesen Artikel hoffentlich meine 25 Cent wieder durch Werbeeinnahmen zurück bekomme. Vielleicht stelle ich mich in den nächsten Tagen ja mit einem riesigen Pappschild auf die öffentliche Straße davor und schreibe darauf, dass es noch andere tolle Drogerien gibt?!?

Wer weiß, vielleicht hat sich Schlecker jetzt wegen 25 Cent doch ordentlich ins eigene Knie ge… schossen. Ich werde den Artikel selbstverständlich auch per Mail an die Firmenleitung schicken, nicht nur ihr, sondern auch der sehr fähige und großzügige Vorstand soll sehen, was so im Netz darüber geschrieben wird. Natürlich verbürge ich mich, dass die Geschichte so wahr und passiert ist und zwar am Montag, den 03.05.2010 gegen 16.00 Uhr. Ich schwöre darauf auch Stein und Bein, gebe jegliche Erklärung dazu ab und ziehe von mir aus auch vor jedes Gericht, vor welches ich geschleppt werde. Eh Oddo, ich hoffe du liest mit und du kannst mir einerseits den Hintern retten, wenn sie mich wegen der völlig zerstörten Dose verknacken wollen!

Meiner persönlichen Meinung nach, beging Schlecker hier eine Ordnungswidrigkeit (blabla meine persönliche Meinung und keine Rechtsbelehrung, Ausssage oder Hühnerschiss). Wer es nicht glauben mag findet hier die aktuelle Verpackungsverordnung (http://www.gesetze-im-internet.de/verpackv_1998/), in der auch das Pfandsystem geregelt wird. Da steht auch drin, dass man eine verschissene Verpackung, die man vertickt hat, auch zurücknehmen muss, ganz gleich wie die aussieht! Da stehen übrigens auch gleich die Ordnungswidrigkeiten drin.
Wikipedia ist ebenfalls so freundlich und hat einen kleinen Artikel zum Pfandsystem:

Auch beschädigte Verpackungen, bei denen die ursprüngliche Bepfandung erkennbar ist, müssen gegen Auszahlung des Pfandes zurückgenommen werden. (Wikipedia Stand 03.05.2010)

Hier noch ein Beitrag vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ( Warum zur Hölle zählt meine Bierdose denn jetzt auf einmal zur Reaktorsicherheit??? Ach so, weil ich mich so aufrege und in die Luft gehen könnte!): –> Fragen und Antworten zur Pfandpflicht

Sollte es irgendwelche Reaktionen seitens Schlecker geben, wird dieser Artikel natürlich aktualisiert.

Hier noch die Nachricht, welche von mir an Schlecker zu diesem Beitrag übermittelt wurde (03.05.2010 17.12 Uhr):

Guten Tag,

schön, dass Schlecker mir mein Dosenpfand nicht ausbezahlt und mich auch noch schlecht behandelt. Hier mein kleiner Blogartikel dazu:
http://www.literaturasyl.de/allgemein/bierdosenpfand-oder-warum-schlecker-kein-dosenpfand-bezahlt/

Ich widerspreche hiermit der weiteren Verwendung meiner Daten, die im Bezug auf die Übermittlung dieser Nachricht gemacht wurden!

Marc Nemitz

Veröffentlicht von

Marc

Hi, ich bin der Marc und schreibe ab und zu fürs Literaturasyl. Ich lese gerne, mag die klassische Literatur und halte Bücher für den schönsten Wandschmuck. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter ein Hörbuch. Egal ob Roman, Krimi, Thriller oder Sachbuch: wenn es gut geschrieben ist, finde ich es gut.

3 Gedanken zu „Bierdosenpfand oder warum Schlecker kein Dosenpfand bezahlt“

  1. nur ein grund mehr den drecks laden zu meiden nach dem schlecker xxl tarif skandal

  2. So kennt man die Schleckeraner… Aber mit einer Sache bin ich nicht ganz einverstanden. Das der Kunde König ist. Der Kunde ist in meinen Augen ein sehr sehr guter Geschäftspartner. Ein König könnte sich ja schließlich alles erlauben… Trotzdem ein sehr schöner Blog. Würde mich interessieren was die geantwortet haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *